Honda Varadero 1000 (Archivversion)

Die Geschichte der Honda Varadero begann 1999 mit enttäuschten Gesichtern, denn unter dem erwarteten Nachfolger des Wüstenrenners Africa Twin hatte sich die Kundschaft etwas ganz anderes vorgestellt. Zumindest kein Motorrad mit vollgetankt über 250 Kilogramm Startgewicht und dann auch noch mit Gussrädern. In Verbindung mit einem sehr soft abgestimmten Fahrwerk war schnell klar, dass die Reise der Varadero keinesfalls in die Wüste geht, sondern asphaltierte Straßen zu einer Voraussetzung bei der Wahl der Destination machten. Die sportuninteressierte Reisefraktion entdeckte die Varadero bald für sich: Ein vorne wie hinten sehr kommodes Gestühl in Verbindung mit dem komfortablen Fahrwerk und dem drehmomentstarken V2 machen lange Strecken zum Vergnügen. Bis 2003 wurde der Twin von Vergasern versorgt, was bei zügiger Fahrweise für respektablen Durst von knapp zehn Litern auf 100 Kilometer sorgt. Die narrensichere Verbundbremse hat mit der Bolzerei keine Probleme. Für das Modelljahr 2003 wurde die Varadero neu erfunden. Die Verkleidung geriet kantiger, und die Elektronik hielt in Form eines modernen Motormanagements mit Einspritzung und Wegfahrsperre sowie einem hervorragenden ABS Einzug. Knapp 5000 Exemplare fahren in Deutschland, sagt das Kraftfahrt-Bundesamt. Die Mo­-delle der ersten Generation mit Vergaser bewegen sich in der Preisspanne von rund 3500 Euro bis hinauf zu knapp 7000. Ab 5500 Euro beginnt der Fahrspaß mit einem Einspritzmodell. Zubehör beschränkt sich mangels Masse in der Regel auf Gepäcksysteme und Schutzbügel. Auch die sonst so beliebten Zubehörauspuffe scheinen unter Varadero-Fahrern unbeliebt zu sein. Was wohl daran liegt, dass das originale Edelstahlrohrwerk einfach nicht rosten will. Unter www.varaboard.de treffen sich Freunde des voluminösen Twins mangels echten Problemen, die es zu wälzen gäbe, primär zum Schnacken und zum Austausch von Nettigkeiten.

DATEN
(MOTORRAD 2/2005)
Motor
Wassergekühlter 90-Grad-V2-Motor, Kurbelwelle quer­ liegend, je zwei oben liegende, kettengetriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Nasssumpfschmierung, Einspritzung, Ø 42 mm, G-Kat, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette.Bohrung x Hub98,0 x 66,0 mmHubraum996 cm3Nennleistung69 kW (94 PS) bei 8000/minMax. Drehmoment98 Nm bei 6000/min
Fahrwerk
Brückenrahmen aus Stahl, Motor mittragend, Telegabel, Ø 43 mm, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentral­federbein mit Hebelsystem, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 296 mm, Scheibenbremse hinten, Ø 256 mm, Verbundbremse. Reifen110/80 R 19; 150/70 R 17

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