Honda VT 750 C2, Kawasaki VN 800 Classic (VT) (Archivversion) Chopper, die etwas anderen Cruiser

Cruisen - mit mächtigen Motoren auf kleiner Flamme dahinschippern - ist nichts Neues. Die dazu tauglichen Geräte heißen und hießen Chopper. Die zeichnen sich dadurch aus, daß sie Verzicht zum Prinzip erheben und nur das Allernötigste bei sich tragen. Theoretisch zumindest. Praktisch schleppen sie, so sie aus Japan stammen, allerlei Blendwerk mit sich herum - meist aus Plastik, aber schön verchromt.Unverzichtbare Insignien »echter« Chopper sind Speichenräder - vorn groß und schmal, hinten klein und dick -, schmalbrüstige Tanks und Lenker, die sich in abenteuerlichen Kurven dem Fahrer nähern. Als Rahmenfüller dienen - da herrscht weitestgehend Einigkeit - vauformatige Zweizylinder, die - weitestgehend - unabhängig vom Hubraum um die 50 PS leisten.Etwa bei der Suzuki VS 800 Intruder (13790 Mark), der Mutter aller neuzeitlicher Japan-Chopper, die exemplarisch zeigt, worauf es offenbar ankommt. Nämlich aufs Aussehen: viel Chrom, imposanter Radstand, ein innerlich moderner, äußerlich auf rustikal getrimmter Motor, dicke Auspuffrohre. Und worauf nicht. Nämlich auf die Funktion: Die Intruder hat ein richtig schlechtes Fahrwerk und eine menschenverachtende Sitzposition. Deutlich besser hockt man auf der Yamaha XV 750 Virago (13480 Mark), einem Überbleibsel aus Zeiten, als Chopper noch das Attribut »soft« trugen und zum Motorradfahren gebaut wurden. So kommt`s, daß man erfreulich entspannt auf der XV sitzt und dankbar zur Kenntnis nimmt, daß sich die Maschine agil und mit voraussehbarem Kurs durch die Gegend treiben läßt. Dabei hilft ein energisch wirkender 54-PS-Motor und Bremsen, die ihren Namen zu Recht tragen. So etwas tröstet darüber hinweg, daß die Yamaha optisch von vorgestern ist.Einen passablen Mittelweg zwischen alten Tugenden und zeitgemäßem Styling hat die Kawasaki VN 800 (14290 Mark) gefunden. Der Rahmen im Starrahmen-Look, der 55-PS-V2 mit dem runden Luftfiltergehäuse und den dicken Sidepipes - das riecht alles nach Harley. Und schmeckt noch besser: Der Motor hat ordentlich Bums, und das Fahrwerk bietet passablen Komfort und berechenbares Handling. Jupp

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