Honda VTR 1000 F (LT) (Archivversion) Lesererfahrungen

Eine hohe Zufriedenheit mit dem Grundkonzept der VTR und die Bereitschaft, den Schwachstellen der Maschine mit bastlerischen Elan zuleibe zu rücken, kennzeichnen die Leserzuschriften zur »Firestorm«.

Ich bin erst zirka 5000 Kilometer plus ein Renntraining in Cartagena gefahren, aber trotzdem habe ich schon ein paar interessante Erfahrungen gemacht. Für die Rennstrecke kam ein White Power Emu-federbein in die VTR. Zusätzlich verbaute ich noch die White Power-Gabelfedern. Von den Federn kann ich nur abraten, man merkt keine Veränderung. Jetzt habe ich Promoto-Gabelfedern von Wilbers aus der CBR 600 ab 1997 eingebaut. Die VTR hat jetzt deutlich mehr Restfederweg beim Bremsen oder auf schlechter Straße, spricht zudem etwas feinfühliger an. Das hintere Federbein ist für den Straßengebrauch etwas straff ausglegt, für die Rennstrecke aber okay.Von Anfang an fand ich die Bremse nicht bissig genug, so daß ich vorn die Beläge der CBR 900 RR eingebaut habe und zusätzlich Stahlflexleitungen. Jetzt habe ich einen sauberen Druckpunkt und bessere Bremsleistung.Am Motor habe ich nur die Vegaser per Dynojet-Kit und K&N-Luftfilter verändert. Im mittleren Drehzahlbereich ist das Triebwerk jetzt etwas agiler, und erfreulicherweise verbraucht die VTR nun zirka einen Liter weniger Sprit.Die VTR eignet sich hervorragend für die Landstraßenhatz, ist dank des drehmomentstarken Motors wieselflink und vom Fahrwerk her sehr handlich. Auf Dauer merkt man aber die unpassende Lenkerkröpfung und daß zuviel Gewicht auf den Händen lagert. Zudem sind die Reichweiten des zu kleinen Tanks und der Windschutz der sehr knapp geschnittenen Verkleidungsscheibe ein Witz.Ansonsten bin ich mehr als zufrieden mit meiner VTR, sie hat mir von allen Motorrädern den meisten Spaß gemacht, und zum Ausgleich habe ich ja immer noch meine RC 30 und eine Hawk.Joachim SnethlageFür mich hat sich der Kauf der VTR gelohnt. Ein absolutes Spaßmotorrad. Durch einige Veränderungen (MRA-Verkleidungsscheibe, Dynojet-Kit, Remus-Auspuff) kann man wirklich ein kleines Feuerstürmchen aus der VTR machen. Gewicht und Handling wie bei einer 600er und der Bums einer 1000er mit soooo viel Drehmoment. Manko ist vielleicht der zu kleine Tank, aber es kann auch angenehm sein, nach zirka 200 Kilometern eine Pause zu machen - der Beifahrer wird`s danken.Der Verbrauch liegt bei sechs bis sieben Liter, wobei es fast egal ist, ob man in niedrigen oder höheren Drehzahlen fährt. Der Druckpunkt der Vorderradbremse ist ein bißchen matschig, aber wenn man nicht ständig auf dem letzten Meter bremsen muß, kann man damit gut leben.Frank GarncarzBereits nach der IFMA 1996 bestellte ich eine VTR in Rot. Um aus der Masse der »Serienmäßigen« herauszutreten, wurden einige Änderungen vorgenommen: Spiegler-Stahlflex, White Power-Stummellenker, Shark-Auspuffanlage, Lucas-Bremsbeläge in Rennmischung, kürzere Übersetzung (43er Kettenblatt).Die Kombination von Stahlflex und Rennbelägen brachte eine deutliche Verbesserung von Druckpunkt und Bremswirkung. Die Auspuffanlage (mit ABE) bringt neben der Optik einen tollen Klang. In Verbindung mit einem K&N-Luftfilter dreht die VTR subjektiv im oberen Drehzahlbereich freier hoch.Die Verkürzung der Übersetzung führt zu einem nicht enden wollenden Vorschub: Im sechsten Gang 9600/min, zirka 240 km/h (nach Fahrradtacho BC 700).1998 stand ein Totalumbau im Pflichtenheft. Verkleidung, Heck, Tank und Kotflügen wurden durch Kevlar/Carbon-Pendants der Firma Carbo Tech ersetzt. Die Gewichtsersparnis beträgt zirka sechs Kilogramm, und durch den drei Liter größeren Tank kommt man nun locker über 200 Kilometer, ohne ständig auf die Warnlampe zu schauen.Alles in allem ein super Motorrad. Bisherige Defekte nach 15 Monaten und 12 000 Kilometern: Zero!Axel SchwarzMeine VTR erwarb ich im Januar 1998 in Gelb und natürlich mit Kat. Ein super Bike mit Charakter und leider auch ein paar Eigenheiten, die zum einen ausgemerzt werden können, ihr andererseits auch diesen gewissen Charakter verleihen. Gegen den schwammigen Druckpunkt der Bremse helfen Stahlflex-Leitungen, genausogut kann man der Gabel mit mehr Gabelöl zuleibe rücken. Aber was hat die Honda-Leute geritten, so einen Tankstutzen zu bauen. Tanken wird zur Tortur und endet meist mit Aufgabe nach wenigen Litern. Laut Honda Deutschland muß man damit leben: »Man gewöhnt sich an alles« (Originalton am Telefon).Und wo wir schon beim Sprit sind, unter 6,5 Liter geht gar nichts, wenn man es einmal fliegen läßt, sind neun Liter gar kein Problem. Das ist keine Seltenheit, da Motor und Fahrwerk super und wie geschaffen für die Landstraße sind.Bis jetzt, nach ZZR 600, CBR 600, VFR 750 etc. das absolut beste Bike, mit dem ich noch sehr lange Spaß haben werde.Jörg GriesenbeckIm März 1997 kauft ich mir eine neue VTR 1000 in Rot, zuvor hatte ich VFR 750 gefahren. Nach jetzt 14 500 Kilometern wurden folgende Garantiearbeiten durchgeführt: zweimal Wasserpumpenschaden (Wasseraustritt am Entlüftungsloch und mechanische Geräusche) bei Kilometerstand 1000 und 6000. Kürzlich traten bei einer Autobahnfahrt nach zirka 15 Kilometern Vollgas wieder Geräusche auf, waren nach 20 Minuten Pause aber wieder verschwunden und sind bis jetzt (nach 1000 Kilometern) noch nicht wieder aufgetaucht.Auf schlechten Straßen schlägt die Gabel manchmal durch. Als Zubehör wurde eine MRA-Spoilerscheibe (besserer Windschutz) und eine Bos-EG-Auspuffanlage Carbon montiert. Die Felgen wurden poliert und der Bugspoiler in Motorradfarbe lackiert. Nach insgesamt 60 000 Kilometern VFR und jetzt 14 500 Kilometern VTR würde ich mir die VTR jederzeit wieder kaufen, vergleichen kann man die beiden Maschinen aber nicht.Edo FrielingMeine VTR ist im März 1997 erstmalig in den Verkehr gekommen und spulte bis heute satte 20 600 Kilometer herunter. Das Triebwerk arbeitet zuverlässig mit dem überall beschriebenen Charakter, der den Ausschlag für den Kauf gab. Es ist halt ein Funbike, wobei sich streiten läßt, ob das eine oder andere ergänzende Detail sinnvoll oder praktisch ist, um noch lustvoller in der Landschaft umher zu kurven.Meine »gelbe Rennsemmel« hat natürlich auch ein paar Macken, wie sich das für ein anständiges Motorrad gehört, wobei ich mit dem Verbrauch, der bis zu 10,3 Liter geht, sehr unzufrieden bin. Verstehen kann ich auch die Aussage der Tester nicht, daß bei der VTR praktisch kein Ölverbrauch meßbar ist, was ich von meiner und den Maschinen meiner Bekannten nicht sagen kann. Alles andere, wie die zu schwache Federung der Vorderhand und der leider mangelhafte Winschutz bei Geschwindigkeiten jenseits der 200er Marke, lassen sich verschmerzen.Bei Kilometerstand 18 000 habe ich einen Riß der Schweißnaht an der Zusammenführung der Krümmer festgestellt, was meiner Meinung nach eine Folge der Vibrationen und der thermischen Belastung sein müßte. Honda hat sich bisher noch nicht dazu geäußert, und ich warte auf eine Behebung des Schadens auf Garantie.Alles in allem hat die VTR 1000 bei mir ihr Abitur mit 2,5 bestanden.Ralf Wellsandt

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