Honda XL 600 V Transalp (GK) (Archivversion)

Standfestigkeit ist für Transalp-Besitzer kein Thema. Gedanken machen sie sich eigentlich nur bei Änderungen in der Optik und für den Geländeeinsatz.

Unsere Erfahrungen mit einer 1989er Transalp, die sich seit 1990im Besitz meiner Freundin befindet, Kilometerstand 82 000. Unterstützt durch identische Erfahrungen mit einer zweiten Maschine, ebenfalls Baujahr 1989, die ich im August 1995 mit 43 000 Kilometern verkaufte. Die Maschine wird ganzjährig für die Fahrten zur Arbeitsstelle, Wochenendtouren und Reisen benutzt. Sahnestück der Transalp ist der Motor: durchzugsstark und drehfreudig, angenehm leise und mit langer Lebensdauer. Besser kann ein 50- PS-Antrieb kaum sein. Die leiseren Modelle neuerer Jahrgänge laufen nicht ganz so gut und verbrauchen mehr. Das Fahrwerk genügt im Alltagsbetrieb vollauf. Bei zügigem Zweipersonenbetrieb oder abseits der Straße ist es aber nicht verwindungssteif genug. Die kurzen Federwege sind schnell überfordert. Auch eine leichte Pendelneigung mit Koffern ab 130 km/h deutet darauf hin. Hier sollte Modellpflege ansetzten. Die alten Africa Twin-Modelle zeigen, wie es sein sollte. Die Maschinen liefen bis auf den einmaligen Ausfall einer CDI-Box pannenfrei.Schraubertips: Für Geländeeinsatz ist der serienmäßige Plastikschutz zu schwach. Besser ist der stabile, einteilige Alu-Schutz der 650er Africa Twin, den man leicht an die Befestigungspunkte des Transalp-Rahmens anpassen kann (neu bohren). Der hintere untere Befestigungspunkt des Aluteils muß bei montiertem Hauptständer abgesägt werden. Da das Neuteil sehr teuer ist (650 Mark), sollte man es bei einschlägigen Gebrauchtteile-Händlern versuchen. Das etwas indirekte Lenkverhalten durch den gummigelagerten Lenker läßt sich durch starres Verschrauben mittels großer Unterlegscheiben verbessern. Bei Ausfall der teuren CDI-Boxen sind oftmals nur die Lötpunkte des Steckers auf der vergossenen Leiterplatte gebrochen. Durch Auffräsen des Gehäuses an der gegenüberliegenden Seite in Größe des Steckers erreicht man die defekten Lötpunkte zum Nachlöten. Optimal geeignet dafür ist eine Mini-Bohrmaschine mit kleinem Umfangfräser. Achtung: Gehäuse und die darunterliegende Gießharzschicht sind nur wenige Millimeter dick. Nach einem Probelauf am Motorrad kann man die Box mit Flüssigkunststoff wieder wasserfest abdichten.Sabine Bluhm, Bodo Grins, ErkelenzAls kostengünstige Alternative zur sündhaft teuren Honda-Bremsscheibe ( 569 Mark) bietet die Firma Brembo seit einiger Zeit Grauguß-Bremsscheiben in Originalabmessung an. Kosten für eine Scheibe mit einem Satz Bremsbeläge 220 Mark. Gratis dazu gibt’s eine wesentlich bessere Verzögerung. Die Ersatzteilpreise und auch die Verkaufspolitik der Firma Honda sind ein eher düsteres Kapitel. Zum Beispiel die Vergasermembran kann man bei einem Defekt nicht einzeln, sondern nur als Set mit neuem Deckel und Feder kaufen, das Ganze für 138 Mark. Das gleiche Spiel mit der Zündbox, die am hinteren Zylinder bei Kilometerstand 100 000 aussetzte: Obwohl beide Blackbox-Einheiten identisch und austauschbar sind, gibt es sie nur im Doppelpack für mal eben 935 Mark zu kaufen. Ansonsten erwies sich die Transalp als äußerst zuverlässig und anspruchslos. Sie hat mich auf mittlerweile 107 000 Kilometern noch nie im Stich gelassen.Herrmann Schmidt, ErbshausenAls ich 1994 meine Alp, ein 1989er Modell, neu kaufte, gefiel mir zwar der Preis, aber Farbe und Sound nicht. Also wurde das Bike schwarz lackiert, die Sitzbank gelb überzogen, Schriftzug ausgedacht und eine Edelstahl-Auspuffanalge montiert. Dadurch verwandelte sich die Transalp zur Alpinator - oder von der grauen Maus zum Hingucker.Stefan Tiso, Ravensburg Ich besitze inzwischen meine dritte Transalp. Die erste, Baujahr 1988, ließ ich mit 140 0000 Kilometern in Afrika nach einer Reise zurück. Die jetzige, Baujahr 1991, ist mit 73 000 Kilometern gerade gut eingefahren. Auf über 40 000 staubigen Afrika-Kilometern ließ sie mich bis auf die üblichen Reifenpannen nie im Stich.Daniel Duwe, BlekendorfAls Hardenduro für den Kiesgrubeneinsatz und für Amateur-Rallyes kaufte ich mir eine graue Transalp, Baujahr 1987 mit defekten Kunststoff-Teilen und Armaturen. Änderungen: modifizierter Kühler von der Yamaha DT 80 und kleinerer Lüfter von Kawasaki, verkleinerte Sitzbank und Seiten deckel, fünf Zentimeter Tieferlegung, Frontverkleidung aus rohgezogenem Formteil zugeschnitten, Auspuff Lazer-Edelstahl mit TÜV, Heckverkleidung selbsttragend. Durch diese und weitere Maßnahmen habe ich mir die Maschine für meine Bedürfnisse neu aufgebaut, Gewicht vollgetankt und fahrfertig 186 Kilogramm.Karl Hofschaller, Burgskirchen-Hirten

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