Husqvarna im Sport Aufholjagd im Gelände

Bilder von schlammbespritzten, siegreichen Offroad-Piloten sind untrennbar mit dem Image von Husqvarna verbunden: 72 Offroad-Titel gehen auf das Konto der traditionsreichen Marke. Doch der Glorienschein setzt Rost an, vor allem in der Königsdisziplin Motocross. Der letzte Titel stammt aus dem Jahr 1999. Aus den wichtigsten Kategorien, der 450er-Klasse MX1 und der 250er-Klasse MX2, ist Husqvarna verschwunden, Yamaha und KTM dominieren. Halbwegs erfolgreich fahren die Blau-Gelben nur in der Oldie-Klasse MX3 (650 cm3), wo die Franzosen Christophe Martin und Thomas Allier derzeit auf Platz drei und vier liegen. Um die Husky-Crosser wieder nach vorn zu bringen, wurde Ex-Champion Andrea Bartolini als Testfahrer engagiert. Doch bis zu greifbaren Ergebnissen dürfte es mindestens zwei Jahre dauern.

Enduro-Titel sind derzeit ebenfalls nicht zu erwarten, dabei galt die Disziplin lange als Domäne der Marke, und bis 2003 war praktisch jedes Jahr mindestens ein WM-Titel drin. Seither hat Rivale KTM auch hier die Nase vorn. In der aktuellen WM schnappte er mit enormem Budget dem Husqvarna-Team CH Racing die Spitzenfahrer vor der Nase weg. Bester Husky-Pilot ist derzeit der Franzose Sébastien Guillaume auf Platz vier in der Klasse E3; er startet auf der WR 300, die ab 2009 auch in Serie gebaut wird. In der fürs Image und den Verkauf wichtigen US-Meisterschaft GNCC fahren die Huskys ebenfalls meist hinterher.

Wirklich gut läuft es nur in der Supermoto-WM, wo Husqvarna mit Adrien Chareyre in der S1-Klasse (bis 450 cm³) und Gerald Delepine in der S2-Klasse (Open) letztes Jahr beide Titel holte. In diesem Jahr dürfte der Name Chareyre weiter für Furore sorgen; dieses Mal aber in der S2-Klasse. Und auch der aktuelle Weltmeister Delepine geht wieder mit Husqvarna an den Start, um seinen Titel zu verteidigen. Immerhin bescheren die guten Ergebnisse in der Supermoto-WM den langjährigen Technik-Chefs Fenice Egidi und Walter Scaltritti die verdienten Erfolgserlebnisse. Denn dass Husqvarna heute überhaupt noch im Rennsport mitmischt, ist hauptsächlich ihnen zu verdanken. Zep Gori

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