Husqvarna-Modelle 2006 START-HILFE

Nach Jahren der finanziellen Unsicherheit beim italienischen Offroad-
Spezialisten Husqvarna kam im Dezember
vergangenen Jahres die Erlösung: Der
malaysische Autohersteller Proton stellte mit einer Finanzspritze von 70 Millionen Euro die Zahlungsfähigkeit des Mutterkonzerns MV Agusta s.p.a., der mit Cagiva, Husqvarna und MV Agusta drei Marken beherbergt, sicher. Insofern akzeptabel, dass an den Viertakt-Offroadern, die seit ihrer Präsentation im Jahr 2003 nur stockend ausgeliefert wurden, für die Saison 2006 eher Evolution statt Revolution
angesagt ist. Das kompakte Motordesign und der Doppelnocken-Zylinderkopf bleiben prinzipiell unverändert. Vielleicht auch gut so, denn im Enduro-Metier haftet den Huskies bis heute der Ruf der traktionsstarken Wettbewerbs-Maschine an.
Und genau diesen Charakter bewahren sich die TE 450 und TE 510 auch nach der aktuellen Modellpflege. Die Kurpackung mit vergrößerten Ventildurchmessern, geänderten Nockenwellen, verstärkten Kolben und Pleuel sowie neuem Schalldämpfer konservierte die legendäre Effizienz der Blau-Gelben. Mit sanft einsetzender Leistungsabgabe gieren die Huskys nach dem engen Geschlängel von Enduro-Sonderprüfungen oder glitschigen Auffahrten. Besonders die 510er überrascht mit einer für diese Klasse erstaunlichen Laufruhe und Kontrollierbarkeit. Die Upside-down-Gabel mit 50-Millimeter-Gleitrohren von Marzocchi glänzt nach wie vor durch exzellentes Ansprechverhalten und sehr komfortable Abstimmung, während das Sachs-Federbein
tendenziell straffer ausgelegt ist.
Die TE 250, die mit den gleichen
technischen Updates wie ihre größeren Schwestern versorgt ist, zollt allerdings dem Husqvarna-Baukastensystem Tribut. Moderne Viertelliter-Viertakter verlangen nach reduzierten, dieser Hubraumklasse angepassten Motordimensionen.
Die Flagge des Neustarts in Varese
hissen die Motocross-Modelle. Ganz in Rot-Weiß gehalten, der Kombination, die
in dieser Saison noch den Werksmaschinen und den Supermoto-Modellen vorbehalten war, erhielten die TC-Bikes einen Öhlins-Monoshock, der auch nach einer halben Stunde auf der Crosspiste nicht schlapp macht, sowie eine qualitativ hochwerti-
gere Version der Marzocchi-Gabel mit geschlossenem Dämpfungssystem. Der vor allem bei Hobby-Crossern gern gesehene E-Starter ist nun Option und schlägt mit vier Kilo Mehrgewicht und 700 Euro Aufpreis zu Buche. Ebenfalls auffallend: Der neue Schalldämpfer, der den ab 2006 im Motocross von 98 auf 96 dB(A) reduzierten Lärmgrenzwert einhält. pm

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote