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Husqvarna Vitpilen 125: Angetrieben vom 125er-Duke-Motor macht der schlanke Renner mit Drahtspeichenrädern einiges her.

Husqvarna-Neuheiten für 2017 Neue Naked Bikes

Stefan Pierer kündigte es an: Husqvarna wird mit einer ordentlichen Modellpalette auf die Straße kommen. Dem MOTORRAD-Erlkönigjäger fuhren drei schon weit entwickelte neue Naked Bikes vor die Linse.

Die wechselvolle Geschichte von Husqvarna nimmt nach den Desastern der letzten Jahre endlich wieder eine positive Wendung. Was BMW vergeblich versuchte, nämlich der angeschlagenen Marke wieder zu neuem Glanz zu verhelfen, das nimmt nun KTM-Boss Stefan Pierer in Angriff. Er kaufte Husqvarna BMW kurzerhand ab, schloss die Produktionsstätten im oberitalienischen Varese und zog mit der ganzen Marke nach Mattighofen um. Auf KTM-Basis werden nun immer mehr neue Typen entwickelt, die Husqvarna nach und nach zu einer großen Marke im europäischen Motorradgeschäft machen sollen.

Man darf sich dabei nicht täuschen: Trotz teilweise identischer technischer Basis soll Husqvarna sehr eigenständig auftreten. Weshalb in Sachen Design auch ein ganz eigenständiger Weg gegangen wird. Und das, obwohl mit Mastermind Gerald Kiska derselbe Formgestalter hinter der Husqvarna-Optik steht wie bei KTM.

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Vitpilen 701 mit spartanischer Ausstattung

Die neue Linie wurde erstmals auf der Mailänder Messe 2014 gezeigt. Die beiden Studien Svartpilen 401 und Vitpilen 401 begeisterten damals das Publikum, das spontan applaudierte. Letztes Jahr präsentierte Husqvarna als weitere Zukunftsvision die Vitpilen 701 als spektakuläre Studie. Diese beiden und auch die neue 125er sind unserem Erlkönigfotografen jüngst vor die Linse gefahren. Sofort ist die nahe Verwandtschaft mit KTM zu erkennen. Motor und Auspuffanlage der 701 stammen von der sehr erfolgreichen KTM Duke 690. Deren nun mit zwei Ausgleichswellen bestückter, etwa 75 PS starker Motor besticht nicht nur mit bisher unbekannten Leistungsdaten für einen Einzylinder, sondern auch noch mit einer vergleichsweise ordentlichen Laufkultur. Zusammen mit dem nicht gerade riesigen Tank, einer auffallend spartanischen Ausstattung mit Einscheibenbremse, Mini-Dashboard und kleinen Lampen wird die Vitpilen 701 kaum mehr als 160 Kilogramm vollgetankt auf die Waage bringen. Das ist ein fantastischer Wert und macht die Österreicherin mit den schwedischen Wurzeln zu einem der leichtesten Straßenräuber der nächsten Jahre.

Wie bei der KTM wird auch bei der Husqvarna ein aus Aluminium gegossenes Rahmenheck verwendet. Dieses allerdings mit abgeänderter Formgebung. Ganz charakteristisch für die neue Husqvarna-Linie: der niedrige Tank mit den beiden flächigen Ausbuchtungen. Diesen optischen Charakterzug tragen zukünftig wohl alle neuen Husqvarna-Straßenmaschinen. Er war sowohl an der jüngst fotografierten Vitpilen 1301 mit dem bärenstarken V2-Motor der Superduke 1290 R als auch an den drei weiteren kleineren Maschinen zu entdecken.

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Vitpilen 125 mit Drahtspeichenrädern

Im Gegensatz zu KTM tragen die neuen Husqvarna den Lenker tiefer. Damit wirkt die Sitzposition auf den schlanken Straßensportlern versammelter und vorderradorientierter. Überhaupt ist die Husqvarna-Modellpalette optisch viel eindeutiger für den Straßenbetrieb ausgelegt als ihre KTM-Schwestern. Vermutlich ist in Mattighofen noch sehr bewusst, wie schwierig der Weg für KTM weg vom Gelände hin zum Asphalt war.

Bei den beiden kleineren Maschinen handelt es sich um die Vitpilen 401 und um ihre 125er-Schwester. Die kommt mit hübschen Drahtspeichenrädern daher. Eine Variante, die den Nachwuchs-Bikern gefallen wird. Basis hier wird die KTM Duke 125 sein, während die Vitpilen 401 sich bei der 390er-Duke bedient, deren 42-PS-Motor für flottes Vorankommen sorgt. In Sachen Gewicht wird die 401 um die 150 Kilogramm liegen, was ausreichende Fahrdynamik verspricht.

Neues von KTM: Duke 500, Adventure 800

Schon häufiger erwischten Fotografen die neuen KTM-Zweizylinder mit Reihenmotor. Dieser hier ist jedoch speziell, denn es handelt sich wohl nicht um die erwartete KTM 800 Duke, sondern um eine kleinere Hubraumvariante, wie sie Stefan Pierer für den asiatischen Markt schon angekündigt hat. Aber auch bei uns in Deutschland würde eine preisgünstigere Variante mit weniger hochwertigen Bremsen und Anbauteilen ja durchaus Sinn machen.

Klar ist: Die neue Antriebseinheit ist Teil eines Baukastensystems. Links erste, unscharfe Fotos der mit Spannung erwarteten neuen 800er-Reiseenduro. Noch ist die Entwicklung nicht abgeschlossen. Aber Gerüchte besagen: Die neue Baureihe startet ab Juni 2017 in den Verkauf. Man wird also die erste Maschine mit ziemlicher Sicherheit auf der EICMA sehen.

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