Husqvarna TE 510 für 2004 (V) Auf dem Sprung

Foto: Jahn
Neue Sportenduros, Modelljahr 2004
Neue Sportenduros, Modelljahr 2004
Die Neue ist eine alte Bekannte, oder doch nicht? Im Modelljahr 2004 kehrt die KTM 400 EXC Racing zurück – aber sie hat sich verändert. Durch ihren neuen Krümmer entwickelt sie im unteren Drehzahlbereich spürbar mehr Drehmoment, ohne dabei – wie die große Schwester 450 EXC – ihre von vielen liebgewonnene Sanftheit zu verlieren. Mit dieser Motorcharakteristik ist die 400er für anspruchsvolles Gelände geschaffen. Auf klassischem Enduro-Terrain braucht höchstens eine Hand voll durchtrainierter Profis mehr Leistung als die 45 PS der
offenen Sportversion.
Weitere Neuerungen erfuhren die Kunststoffteile. Die gesamte Heckpartie besteht nun aus einem einzigen Teil. Das spart Gewicht. Ebenso sollen die dünnwandigeren Rahmenrohre, die neuen Verbindungsteile des Rahmens im Bereich der Schwingenaufnahme sowie die dünnere Schalldämpferhülle das Trocken-
gewicht reduzieren, 117 Kilogramm lautet die Werksangabe.
Fahrwerksseitig ist neben der alljährlich überarbeiteten Abstimmung der Gabel und dem direkt angelenkten Federbein die um zehn Millimeter verlängerte Schwinge erwähnenswert. Sie soll für bessere Traktion sorgen, was bei den Testrunden auf einem trockenen Enduro-Parcours jedoch nicht nachzuvollziehen war.
Husqvarna schlägt im kommenden Modelljahr den entgegengesetzten Weg ein und rüstet die bekannte TE 450 zur TE 510 hoch. Leistung satt – getreu diesem Motto scheint die Neue bei jedem Dreh am Gasgriff förmlich zu explodieren. Schwer zu glauben, dass zwischen ihr und der bekannten 450er »nur« sieben Millimeter mehr Hub liegen. Die übrige Technik unterscheidet sich bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht von der der 450er und blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Mit ihrer motocrossartigen Charakteristik bevorzugt die Neue weitläufige, leistungsorientierte Strecken. Steile, kniffelige Waldauffahrten – womöglich bei Regen – verlangen äußerste Konzentration, um das hitzige Temperament im Zaum zu halten. Beim Handling gelang es Husqvarna, einen Großteil der Agilität der kleineren Schwester zu bewahren; die TE 510 wirkt fast wie die TE 450. Ein glückliches Händchen hatten die Italiener auch bei der Fahrwerksabstimmung – alles passt.
Leider müssen sich künftige Husky-Piloten mit einem E-Starter begnügen. Eine mechanische Starthilfe für den Fall der Fälle gibt es vorerst selbst als Zubehör nicht – bei einem Bike mit professionellem Anspruch völlig unverständlich.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote