Ilmor-MotoGP-Motor: Technik (Archivversion) Immer den Neuanfang wagen

Seit mehr als 28 Jahren lebt und arbeitet Mario Illien in England, seine
beiden elf und 15 Jahre alten Kinder sind auf der britischen Insel geboren. Trotzdem zieht es den Mann, der am 2. August 1949 in Chur zur Welt kam und mit einer Schweizerin verheiratet ist, immer wieder in seine Heimat zurück –
wo er auch einen Wohnsitz hat. Wann immer es seine Verpflichtungen zulassen, reist er in die Stadt, in der er nach seiner beruflichen Karriere leben möchte.
Der Ausbildung zum technischen Zeichner bei den Emser-Werken folgte ein Maschinenbaustudium in Biel. Anschließend entwarf er bei Mowag in Kreuzlingen Dieselmotoren für Militärfahrzeuge. 1977 bekam er ein Angebot von Rennmotoren-Hersteller Cosworth in Northampton. Illien, der sich früh bei den Bergrennen am Kerenzerberg mit dem Motorsport-Virus infizierte, ging nach England.
1983 entschied er sich mit Cosworth-Kollege Paul Morgan, etwas Neues, Eigenes anzufangen und gründete ein Jahr später Ilmor Engineering. Als Finanzier gewannen die beiden den US-Großindustriellen und Rennsport-Mäzen Roger Penske, für den sie Indycar-V8-Motoren bauten. Die gewannen zwischen 1987 und 1993 fünf Indy-Titel sowie bis heute elf Mal das prestigereiche Indianapolis-500-Rennen.
Ende 1993 kaufte sich Mercedes mit dem bis dahin von Chevrolet gehaltenen
25-Prozent-Anteil in die Firma ein. Ilmor baute die V10-Motoren, mit denen Mika Häkkinen 1998 und 1999 Formel-1-Weltmeister wurde. Bis Ende 2005 standen 44 Formel-1-Siege zu Buch. Nach dem Unglück, bei dem Paul Morgan 2001 mit einem Propeller-Kampfflugzeug aus dem 2. Weltkrieg ums Leben kam, erhöhte Mercedes – inzwischen als DaimlerChrysler AG – die Anteile auf 55 Prozent.
Zudem wurde die stufenweise Übernahme der restlichen Anteile verabredet.
Mario Illien sicherte sich dabei den Firmennamen Ilmor und löste aus der Mercedes-F1-Motorenschmiede die 60-köpfige »Special Projects Group« heraus. Mit dieser ist er jetzt wieder selbständig, produziert Indy-Racing-League-Motoren
für Honda USA, NASCAR-Triebwerke für Penske Racing, übernimmt unterschied-
lichste Entwicklungsaufträge und treibt das MotoGP-Projekt voran.

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