Infos (Archivversion) Weit und weiss

In den Dreißigern des 19. Jahrhunderts stromerte der Offizier Benjamin Lewis Eulalie Bonneville durch den Amerikanischen Westen. Über die 412 Quadratkilometer große Salzebene an der Grenze von Utah und Nevada spazierte er dabei nicht. Trotzdem hat man sie nach ihm benannt. Zur Rennstrecke wurde ein Streifen auf den Salt Flats 1914, als es Teddy Tetzlaff (kein Witz) in einem Blitzen Benz auf fast 230 km/h brachte. Seitdem entwickelte sich Bonneville zum Inbegriff für Geschwindigkeit und das sogenannte Land Speed Racing. Obwohl es dort alles andere als leicht ist, auf Tempo zu kommen. Die körnig lose Salzkruste bietet nur mäßige Traktion, die Affenhitze und die Höhenlage von 1300 Metern kosten Leistung, und das Wetter ist oft launisch. Der US-Armee machte das nichts: Sie testete in dem Gebiet mit Dummys den Abwurf der Atombombe, und als die Enola Gay sich im Juli 1945 Richtung Pazifik aufmachte, um wenig später Hiroshima zu vernichten, startete sie von Wendover aus. Diese Stadt gewordene Geschmacklosigkeit liegt im wüsten Nichts wie ein in den Dreck geschmissenes buntes Bonbon. Aber die grellen Kasinos und schäbigen Motels bieten die einzigen Unterkünfte in unmittelbarer Nähe der Salt Flats.

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