Noch Hoffnung für MZ? MZ zeigt technische Neuheit trotz Pleite

Seit vergangenem Freitag hat MZ einen Insolvenzverwalter und nur wenige Tage später präsentierte Geschäftsführer Martin Wimmer auf der Intermot eine „Weltneuheit in der 4-Takt-Motorenentwicklung.“

Foto: Schümann

Anhand eines 125er-Einzylinders stellte MZ-Chef Wimmer einen elektromechanisch gesteuerten Zylinderkopf vor. Das von dem mit MZ per Kooperationsvertrag verbundenem Entwickler Uwe Eisenbeis entwickelte und patentierte System soll Viertaktmotoren künftig leistungseffizieter machen und gleichzeitig den Verbrauch und damit auch das Abgas um bis zu 35 Prozent reduzieren. Das zumindest versprachen Wimmer und Eisenbeis auf einer improvisiert einberufenen Pressekonferenz am MZ-Stand.

Ein Stellmotor, der seine Befehle via „drive by wire“ elektronisch vom Gasgriff bekommt, soll in dem neuen Zylinderkopf den Hub des Einlassventils jeweils passgenau der aktuell geforderten Leistung anpassen (geringe Öffnung bei wenig Last, weiter bis voll auf bei höheren Drehzahlen bis hin zu Vollgas) und somit die benötigte Frischgasmenge steuern. Eine Drosselklappe würde dadurch überflüssig. Damit könne die Verbrennung über einen weiten Drehzahlbereich effektiver werden. „Je nach Lastzustand kann der Kraftstoffverbrauch um 15 bis 35 Prozent gesenkt werden“, sagte Wimmer. Außerdem stehe das maximale Drehmoment über einen wesentlich breiteren Drehzahlbereich als bei konventionell arbeitenden Motoren zu Vergfügung. Angetrieben werden die Ventile in dem neuen Zylinderkopf weiterhin über eine Steuerkette.

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Das System, von dem Wimmer und Eisenbeis noch keine weiteren Details verraten wollen, werde in einem 125er-Motor bereits getestet und sei bis zu 11000/min einsetzbar. Ein größerer 450er-Mehrzylinder sei bereits fertig konzipiert, habe aber aufgrund der Insolvenz-Situation noch nicht umgesetzt werden können, erklärte MZ-Chef Wimmer.

Zur weiteren Entwicklung bei MZ erklärte Insolvenzverwalter Christoph Junker, dass die Eröffnung des Insolvenzverfahrens für Ende Oktober geplant sei. Er sei auch optimistisch, dass die Marke weiter bestehen könne. Als Voraussetzung dafür nannte der Insolvenzverwalter, dass sich erneut Investoren für MZ finden würden.

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