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Stefan Pierer, 47, ist einer von drei Geschäftsführern der KTM Sportmotorcycle AG und maßgeblich am Wiederaufbau der Marke in den letzten zwölf Jahren beteiligt. Er sowie seine beiden Kollegen, Rudolf Knünz und Rodney Dale Bush, stehen aktuell einer Belegschaft von
1570 Leuten vor, davon arbeiten rund 1150
im Stammwerk Mattighofen oder im Motorenwerk im benachbarten Munderfing.

In ihrem Geschäftsbericht 2003 erklären Sie, größter europäischer Motorradhersteller werden zu wollen. Gilt dieses Ziel immer noch?
Ja, KTM hat sich das Ziel gesetzt, größter europäischer Motorradhersteller zu werden.
In welchen Segmenten wollen Sie denn zulegen, um BMW zu überholen?
Neben dem kontinuierlichen Ausbau der bereits starken Position im Offroad-Segment ist dazu auch ein weiteres Vordringen in den Straßenmotorrad-Markt geplant. KTM beabsichtigt, mit markencharakteristischen, sportorientierten Motorrädern in zusätzliche ertragsstarke Nischen des Straßensegments einzudringen und die dort in den letzten Jahren gewonnenen Marktanteile auszubauen.
Wie sieht der Zeitplan für die bereits angekündigten Projekte aus?
Im nächsten Modelljahr ist die Einführung der 990 Superduke sowie
einer Supermoto-Version, basierend auf der 950 Adventure, geplant. Als Abrundung nach oben soll die RC8 folgen.
Sind Ihre Händler auf neue Motorräder – und auch neue Kunden – vorbereitet?
Ja, wir haben in den letzten Jahren die Zusammenarbeit mit unseren Händlern stark intensiviert. Mit dem Ziel, die Qualität des Händlernetzes weiter zu steigern und die Händler für den Schritt Richtung Straße vorzubereiten.
Schauen wir mal ein paar Jahre
zurück: Haben Sie Anfang der 90er Jahre mit
einem solchen Erfolg Ihres Projekts Hard
Enduro gerechnet?
Nein, nicht in diesem Ausmaß. Die strikt am Sportmotorrad orientierte Produktpolitik und eine konsequente Bearbeitung von Nischensegmenten, verbunden mit der hohen Flexibilität des Unternehmens, haben den Erfolg ermöglicht.
Gab es da von Anfang an das Konzept, eine KTM-Fan- oder Markengemeinschaft zu schmieden? Wie wichtig ist die Identifizierung der Kunden mit der Marke KTM?
Alle Aktivitäten des KTM-Marketings zielen darauf ab, die »KTM-Familie« zu erweitern und den Zusammenhalt zu fördern. Denken Sie hier nur an die KTM Adventure Tours oder an das jährliche KTM Festival. Natürlich ist das Ziel aller Aktivitäten eine starke Identifizierung des Kunden mit der Marke, das ist uns sehr wichtig.
Welche Rolle spielt in diesem Konzept das Engagement im Sport?
Die Geschichte von KTM ist gleichzeitig auch Motorsportgeschichte. KTM engagiert sich im Motorsport, um seine Produkte zu positionieren und zu verkaufen. Erfolge im Motorsport sind
jedoch nur dann für die Kunden von
Relevanz, wenn die dabei gewonnenen Erkenntnisse in die Serienproduktion einfließen. KTM hat sich diesem Prinzip verpflichtet. Was sich im Rennsport bewährt, wird in die Serie übernommen – Motorräder »ready to race«.
Welche Rolle spielt auf längere Sicht die KTM-Tochter Husaberg?
Husaberg, die zweite Motorradmarke der Gruppe, hat die Aufgabe, durch Synergieeffekte mit dem Mutterkonzern innovative Lösungen im Kernsegment Offroad und Supermoto zu
präsentieren. Mit dem Ziel, im direkten Wettbewerb mit den europäischen Offroad-Motorradmarken zusätzliche Verkäufe für die Gruppe zu erzielen. Tradi-
tionell konzentriert sich Husaberg auf Wettbewerbsmotorräder mit leistungsorientierten Viertaktmotoren.

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