Interview (Archivversion) »Auf der IFMA komplett neue Zweitakter“

? Herr Köstler, seit einigen Jahren ist es um Maico als ehemalige deutsche Vorzeigemarke im Off Road-Sport sehr still geworden. Nun wurden die Produktionsanlagen von einer holländischen Firma gekauft. Warum denn das?Die Firma Merkle, die die Produktion von Maico nach dem Konkurs des Stammhauses in Pfäffingen bislang weiterbetrieb, hat sich zuwenig um die Bedürfnisse des Marktes gekümmert. Eine langsame technische Weiterentwicklung, schleppende Fertigung und unzuverlässige Liefertermine machten Händlern und Kunden das Leben schwer. So konnte es nicht weitergehen.Wer hat denn Maico gekauft?Käufer ist die Firma Rodem in Utrecht, die bisher feinmechanische Werkzeuge produzierte. Außerdem ist sie auch im Mountainbike-Bereich durch eine eigene Federgabel bekannt.? Wie kommt so ein Hersteller ausgerechnet auf die Idee, Maico aufzukaufen?Rodem bekam zur Firma Merkle über eine deutsche Unternehmensberatung Kontakt. Zudem sind die Firmenchefs ehemalige Moto Cross-Piloten.? Klar dürfte jedoch sein, daß ohne rasante technische Weiterentwicklung die Marktchancen von Maico weiterhin gleich null bleiben werden.So schlecht stehen wir nun auch nicht da. Wir verkaufen derzeit etwa 40 Maschinen pro Jahr, und die Nachfrage steigt. Seltsam ist, daß wir ausgerechnet in Deutschland die größten Probleme mit der Akzeptanz von Maico im Markt haben. Dennoch können wir mit diesen Verkaufszahlen und dem Ersatzteilgeschäft im Moment klarkommen. ?Aber wie sieht´s in der Zukunft aus?Rodem hat große Ambitionen. Bereits auf der diesjährigen IFMA soll ein völlig neukonsturierter Zweitaktmotor mit 250 beziehungsweise 360 cm³ Hubraum vorgestellt werden. Auch die Fahrwerke werden stark überarbeitet sein.? Derzeit bilden aber eher Viertaktmaschinen die Zukunftsperspektive im Sportenduro-Bereich.Rodem wird das Thema Viertakt-Enduro im nächsten Jahr angehen. 1997 soll ein hauseigener Viertakter mit Wasserkühlung entstehen.? Große Pläne, doch läßt sich das alles auch wirklich realisieren?Bislang haben wir die Rodem-Leute als seriöse und realistische Geschäftspartner kennengelernt. Ich traue denen die Verwirklichung dieser Projekte durchaus zu.

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