Interview Gerhard Scheffler (Archivversion)

Jahrelang hat Gerhard Scheffler um sein Recht gekämpft (MOTORRAD hat darüber berichtet). Die Leser haben ihn dabei unterstützt. Auch mit Geld. Aus diesem Fonds, empfahl Scheffler, solle man Knoblach 5000 Euro zukommen lassen. Für Computer und Telekommunikation. Denn Knoblach ist querschnittsgelähmt, er benötigt diese Technik dringend, um sein Leben und das seiner Familie zu organisieren.
Sie haben, nachdem Sie vom Schicksal des Herrn Knoblach erfahren haben, sich spontan entschieden zu helfen.
Weil meine Frau und ich aus bitterer Erfahrung wissen, in welcher seelischen Not man in einer solchen Situation ist, und auf der anderen Seite haben wir selbst erfahren, wie tröstlich die Hilfe vieler Motorradfahrer ist, moralisch, aber auch finanziell. Ich war nicht rechtsschutzversichert,
hätte mir eine Berufung nicht leisten können.
Knoblach sagte, Sie hätten ihm auch einen Brief geschrieben, der ihn sehr bewegt habe.
Ich habe erfahren, wie schwer es ihn getroffen hat und auch, wie schäbig der Freistaat Bayern sich ihm gegenüber verhalten hat, da wollte ich ihm einfach zu verstehen geben, dass er nicht alleine dasteht, dass er doch nicht verzweifeln möge, und dass alle, die Erfahrung mit diesen Straßen haben und womöglich auch mit daraus resultierenden Gerichtsverfahren, empfinden können, was er zu ertragen hat.
Können Sie verstehen, dass Knoblach mit dem Urteil der ersten Instanz zufrieden wäre?
Ich kann das sehr gut verstehen, weil es unheimliche Kräfte erfordert, das alles durchzustehen. Er muss schrecklich leiden und hat dabei über längere Zeit gekämpft. Irgendwann wünscht man sich dann nur noch Ruhe und Frieden. Was man freilich wohl für immer verloren hat, das ist das Vertrauen in diesen Staat.

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