Interview Jon Flickinger (Buell) "Meine Aufgabe ist es, Buell zum Erfolg zu führen"

Foto: Buell
Jon Flickinger ist Präsident und Hauptgeschäftsführer der Buell Motorcycle Company und Vizepräsident von Harley-Davidson. Alles, was bei Buell passiert, muss von diesem Mann abgenickt werden. Außerdem ist er die wichtigste Verbindung zur Muttergesellschaft Harley-Davidson. Vor kurzem wurde die Buell 1125R herausgebracht, die zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens einen wassergekühlten Motor erhält. Gleichzeitig wurde ein anderes großes Projekt eingestellt, nämlich das 450er Dirtbike. Im Interview erklärt Flickinger, warum. Welche Rolle spielen Sie bei der Buell Motorcycle Company?

Meine Hauptaufgabe ist es, Buell zum Erfolg zu führen; um das zu erreichen, sorge ich dafür, dass der Unternehmensvorstand der 1125R und anderen Projekten zustimmt, und ich arbeite daran, dass weitere Investitionen in die Marke Buell stattfinden. Ich muss sicherstellen, dass wir einen soliden Business-Plan haben. Gleichzeitig liegt es in Erik Buells Verantwortung, dass wir faszinierende Produkte haben, die gut funktionieren; denn dann funktioniert natürlich auch der Business-Plan besser. Mein Job ist es, die Finanzierung zusammenzubekommen und gute Geschäftsabläufe sicherzustellen.

Wie steht das Unternehmen heute da, gemessen an den Investitionen? Können sie alles finanzieren, was ihnen in den Sinn kommt?

Natürlich können wir nicht völlig uneingeschränkt tun, was wir wollen, weil wir immer noch sehr klein sind. Wir werden in diesem Jahr etwa 12500 Motorräder bauen, wir sind also immer noch ein überschaubares Unternehmen. Also müssen wir geschickt in solche Projekte investieren, die uns einen guten Gewinn einbringen. Unser Zugang zu Investorgeldern ist nicht unbegrenzt, unser Unternehmen finanziert sein Programm aus sich selbst heraus. Es ist nicht so, dass Harley uns immer alles gibt, was wir wollen. Wir müssen in der Lage sein, für die Investitionen zu bezahlen, also einen Gewinn für die Muttergesellschaft erwirtschaften. Innerhalb dieser Grenzen haben wir Zugang zu Investitionen.
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Gibt es Pläne, die 1125R als Modellplattform zu nutzen? Können wir, wie bei den XB-Modellen, mit einer Erweiterung der Modellpalette rechnen?

Sie können davon ausgehen, dass wir dieses zugkräftige Modell auch in anderen Marktsegmenten unterbringen werden, und dass wir dabei einen ähnlichen Ansatz wie bei der XB verfolgen werden. Wir nehmen die Basis-Plattform und sorgen dafür, dass sie auch in anderen Marktsegmenten funktioniert.

Wird es von Buell weiterhin nur Sportler geben? Ich hatte den Eindruck, dass sich das Triebwerk der 1125R auch für andere Modelle eignen könnte, zum Beispiel Sporttourer?

Sagen wir es mal so: wir werden uns auf Straßenmaschinen konzentrieren. Die Marke ist mittlerweile ziemlich bekannt dafür. Natürlich träumen wir davon, darüber hinaus zu expandieren. Wir werden uns aber auf das größte Marktsegment werfen, bevor wir in andere Bereiche wechseln.

Was ist aus dem Dirtbike geworden? Es sah so aus, als ob das Projekt schon ziemlich fortgeschritten wäre?

Ich würde nicht sagen, dass es wirklich fertig war, aber wir haben einige gute Fortschritte gemacht. Das bringt uns zur ersten Frage zurück, welche Investitionen zu welchem Zeitpunkt richtig sind. Wir waren an einem Punkt, an dem wir das Projekt neu bewerten mussten, weil wir neue Informationen hatten. Dieser Markt bringt verschiedenste Anforderungen mit sich; so wird es in absehbarer Zeit neue Reglements für Wettkämpfe geben, die Auswirkungen auf unseren Erfolg haben könnten. Wir haben das alles erwogen und dann entschieden, dass wir uns fürs Erste auf andere Produkte in anderen Bereichen konzentrieren. Wir sind darüber nicht besonders glücklich, aber wir denken, dass es die richtige Entscheidung ist, die uns erlaubt, alle Kräfte auf die Straßenmaschinen zu konzentrieren.

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