Interview Manfred Weihe (Yamaha) Das Zauberwort heißt: Konsequenz

Manfred Weihe, Vizepräsident der Yamaha Deutschland GmbH, zum Erfolg der Drag Star und über die verstärkten Aktivitäten im Supersport-Bereich

Herr Weihe, die Drag Star 650 war 1998 das meistverkaufte Motorrad in Deutschland. Worauf führen Sie das zurück?Nicht zuletzt hängt das mit der XV 535 zusammen, die den Trend zum Mittelklasse-Chopper losgetreten hat. Sie zählt seit Jahren zu den bestverkauften Motorrädern in Deutschland. Wenn ein Modell in einer bestimmten Klasse derart gut angekommen ist, wird auch sein Nachfolger gekauft – das zeigt die Erfahrung. So wurde die Drag Star quasi als Fortsetzung der bewährten XV 535 angenommen. Und genau das ist sie: ein konsequent gestyltes, auf den Zeitgeist zugeschnittenes Motorrad mit gutem Preis-/Leistungs-Verhältnis.Mit den Neuheiten 1999 haben Sie zehn Chopper-/Cruiser-Modelle im Programm. Wo soll das enden?Nach unserer Rechnung sind es sogar mehr. Aber das ist nicht so wichtig. Ich denke, damit sind die Möglichkeiten weitestgehend ausgeschöpft. Allerdings sind wir in diesem Segment stark von der Entwicklung in den USA abhängig. Wenn die Amerikaner sagen, »wir brauchen mehr als 1600 Kubik«, wird geprüft, ob so etwas auch in anderen Teilen der Welt Interesse weckt. Wenn ja, wird gebaut.Yamaha investiert derzeit allerdings nicht nur verstärkt in Cruiser, sondern auch in supersportliche Motorräder...Das war bitter nötig. Und damit reagierten die Japaner auf eine unserer Kernforderungen, nämlich im Hardcore-Bereich tätig zu werden. Unser Image lag jenseits einer supersportlichen Motorradmarke. Auf Dauer wirkt sich das nachteilig aus.Glauben Sie, ein Supersportler könnte ähnliche Verkaufserfolge erzielen wie die Drag Star?Wenn er konsequent genug gemacht ist, ja.

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