Interview Mario Häberer, Geschäftsführer der Wankel AG Wie steht es um Wankel-MZ?

Foto: Häberer
Fünf Millionen, nicht verhandelbar. Die Wankel AG im Sächsischen Kirchberg fertigt in der Hauptsache Flug- und Kartmotoren. Geschäftsführer Mario Häberer erläutert sein Interesse an MZ.

Herr Häberer, was ist Ihre persönliche Motivation, sich um MZ zu kümmern?
Mein Vater war seit den 1950er Jahren sehr aktiv im Straßenrennsport mit MZ Maschinen. Es entstanden viele Motoren und ganze Rennmaschinen für Privatfahrer, welche auch inter-national mit Erfolg zum Einsatz kamen. Und natürlich prägt es einen, wenn man als Schuljunge einen WM-Lauf auf dem Sachsenring aus der Boxenperspektive miterlebt hat.

Spielen zudem geschäftliche Erwägungen eine Rolle?
Im Vordergrund steht die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs in Zschopau und erst in zweiter Linie eine Geländesport- oder auch Supermoto-Maschine mit unserem Wankel-Motor. MZ könnte also insbesondere ein Kunde für die Wankel AG werden.

Was verbindet Wankel und MZ?
MZ war 1963 die weltweit erste Firma, welche als Prototyp ein Motorrad mit einem selbst entwickelten Wankel-Motor auf die Straße brachte. Können Sie grob einen Business-Plan umreißen beziehungsweise eine Strategie zur Rettung der Firma MZ?
Das Aufbringen des Kaufpreises ist eine Sache, und anders als beim Erwerb der Wankel-Konkursmasse wird man sich diesen wohl nicht in der ganzen Welt zusammenborgen können. Eine andere Sache sind die erforderlichen Finanzmittel für die nächsten drei bis fünf Jahre. Es muss sich zeigen, ob die zu ermittelnde Größenordnung mit der anfänglich vorhandenen MZ- Produktpalette in Einklang gebracht werden kann. Hier hilft nur eine Tiefenprüfung. Erst dann ist es sinnvoll, einen Business-Plan zu erstellen.

Wie ist der Stand der Verhandlungen mit der MZ-Geschäftsführung, wie der Stil der Gespräche? Gibt es bereits konkrete Ergebnisse?
Herr Yap vermittelt freundlich, klar und unmissverständlich die Vorstellungen und Erwartungen des Eigentümers von MZ. Im Gespräch wurde eine Kaufsumme von fünf Millionen Euro genannt und als nicht verhandelbar bezeichnet.

Wissen Sie von Mitbewerbern?
Zumindest weiß ich von keinen, welche das Motorradgeschäft aufrechterhalten wollen.

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