Interview mit Andrea Merloni

Benelli-Chef Andrea Merloni, 36, zur aktuellen Situation der italienischen Motorradmarke.

Herr Merloni, sind Sie zufrieden mit Benelli? Für den Anfang, und da stehen wir ja, läuft es gar nicht schlecht. Vor allem haben wir erfolgreich einen eigenen Motor entwickelt. Klar, unser Dreizylinder gefällt nicht jedem. Andererseits lässt er aber auch niemanden kalt. Mit den ersten Modellen der Tornado Tre Biposto gab es Probleme, auch beim MOTORRAD-Test. Ehrlich gesagt, es hätte schlimmer kommen können. Manche Macken zeigen sich eben erst in der Serienproduktion. Etwa der hohe Verbrauch, den MOTORRAD bemängelte. Schlicht eine Frage der Motorabstimmung, das haben wir geändert. Dann gab«s noch Schwierigkeiten mit unserer Anti-Hopping-Kupplung, der Leerlauf war schwer zu finden. Dies wurde mit einem Kit aus der Welt geschafft. Verärgern Sie damit nicht Ihre Kunden? Ich glaube nicht. Die Tornado ist noch kein Jahr auf dem Markt, da können wir uns nicht gleich auf dem Niveau alteingesessener Konkurrenten bewegen. Allerdings lösen wir unsere Probleme und lassen die Kunden nicht im Regen stehen. Was planen Sie langfristig? Eine komplette Modellpalette rund um unseren Dreizylindermotor. Ende 2005 soll die Familie Zuwachs bekommen. Eines kann ich verraten: Es wird kein Custom Bike sein. Wie viele Motorräder wollen Sie 2004 bauen? Rund 2500 Stück, also 1000 mehr als im Jahr 2003. Wann rechnen Sie mit schwarzen Zahlen? Wenn alles klappt – im nächsten Jahr.

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