Interview mit dem Projektleiter der neuen Yamaha YZF-R1, Yoshikazu Koike. (Archivversion)

MOTORRAD: Herr Koike, Die jüngste Generation der R1 hat 152 PS. Ist aus diesem Motor nicht mehr herauszuholen? Yoshikazu Koike: Möglich wären 170 PS und mehr, doch für uns hat die Fahrbarkeit, für die wir alle erdenklichen Register gezogen haben. Vom elektronischen Motormanagement, dem nochmals verringerte Gewicht, bis hin zu unserem Exup-System. MOTORRAD: Stichwort Lenkerschlagen: Die alte YZF R1 hatte Probleme damit, wäre da ein Lenkungsdämpfer nicht die richtige Lösung?Yoshikazu Koike: Wir streben eine perfekte Handlichkeit und Manövrierfähigkeit im Landstraßenbetrieb an. Und dafür ist, wie die Fahrversuche zeigen, ein hydraulischer Lenkungsdämpfer eher hinderlich. Zudem bietet Yamaha für den supersportlichen Einsatz einen Öhlins-Lenkungsdämpfer als Zubehör an. MOTORRAD: Auch wenn die Leistungsspirale sich nur noch langsam dreht: Droht nicht ein neuer Leistungswettlauf? Yoshikazu Koike: Unsere Philosophie der R1 ist nach wie vor gleich: die hohe Leistung einer 1000er im handlichen Chassis einer 600er. Eine Maximierung von Leistung und Höchstgeschwindigkeit streben wir mit den Strassenmodellen nicht an.MOTORRAD: Weshalb kommen die neuen Yamahas erst jetzt mit der Einspritztechnik?Yoshikazu Koike: Wir haben uns mit der Entwicklung der neuen Einspritzung und der Motorabstimmung die Zeit gelassen, die für eine perfekte Abstimmung notwendig war. MOTORRAD: Warum verwendet Yamaha an der neuen R1 keine geregelten Katalysator?Yoshikazu Koike: Wir erreichen mit dem jetzigen System sehr gute Abgaswerte in Verbindung mit einem hervorragenden Verhalten in Sachen Lastwechsel und sportlich orientiertem Leistungsvermögen.

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