Interview mit Ducati-Boss (Archivversion) Gabriele Del Torchio

Der neue Ducati-Boss Gabriele Del Torchio, 56, über die Zukunft der Marke.

Sie stehen seit Ende Mai an der Spitze von Ducati. Wie ist Ihr erster Eindruck der Motorradszene?
Sehr lebhaft und sehr positiv. Ich habe ja schon einige Unternehmen in Italien geleitet, zuletzt den Bootshersteller Ferretti, der ähnlich wie Ducati sehr exklusive Produkte baut. Einzigartig ist hier in Bologna aber das Zusammen­treffen von intelligenter Spitzentechnik, künstlerischem Design und einer unglaub­lichen Passion auf Seiten der Mitarbeiter. Etwas Ähnliches wie das rote Herz von Ducati findet man in der ganzen italienischen Industrie so schnell nicht wieder.

Ducati ist 2007 MotoGP-Weltmeister geworden. Bringt das was für die Verkäufe?
Es hat mit Sicherheit einen posi-tiven Effekt. Allein aus Australien, dem Heimatland von Weltmeister Casey Stoner, hatten wir in den letzten Wochen 20 weitere Bestellungen für die Desmo­sedici RR. Sowohl die 1098 als auch ­die Hypermotard verkaufen wir weltweit sehr gut. Aber ob wir nun Weltmeister werden oder nicht: Der Rennsport ist für Ducati elementar, zum einen fürs Image, zum anderen, weil er uns Organisation, Disziplin und Teamgeist lehrt. Das wirkt sich auf die ganze Firma aus.

Wird sich Ducati in Zukunft ganz auf teure Sportmotorräder konzentrieren?
Nein. Unsere Motorräder haben generell einen sportlichen Anspruch, aber wir wollen nicht nur Superbikes bauen. Es wird immer ein Einsteiger-Motorrad wie die Monster in unserer Modellpalette geben. Ähnliches gilt für sportliche Tourer. Zwar haben wir die Produktion der ST3 eingestellt, aber wir wollen das Segment nicht aufgeben, mittelfristig wird da etwas Neues kommen.

Apropos Monster: Steht die neue nun in Mailand?
Das ist noch nicht ganz sicher. Lassen Sie sich überraschen.

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