Interview mit Fritz Rebholz, Kfz-Meister

Fritz Rebholz, 50, ist Kfz-Meister und Inhaber der Palatina-Motorradwerkstatt in Landau. Der begnadete Schrauber sieht sich weniger als Tuner, sondern als jemand, der seine Visionen umsetzt. Gut, wenn so etwas wie die RS III dabei heraus kommt.

Der Fahrbericht des Prototyps der Rocket RS III ist Ende Mai 2005 in MOTORRAD erschienen. Wie viele Maschinen sind inzwischen verkauft?
Produziert wurden sieben Exemplare, verkauft bisher fünf. Der Prototyp und ein neues Fahrzeug mit schwarzem Motor/Antriebsstrang stehen noch für Enthusiasten in den Startlöchern.
Was sind das für Menschen, die solch einen Über-Roadster kaufen?
Technikfreaks, gleichzeitig Finish-Fetischisten, sympathische, abgeklärte Leute, die ein absolut außergewöhnliches und leistungsstarkes Motorrad besitzen möchten, ohne jedoch – das
ist ein wichtiges Kriterium – auf Alltagstauglichkeit verzichten zu
wollen, obwohl es in keinem Fall ihr einziges Motorrad ist. Auch
wenn eine RS-Rocket überall, wo sie auftaucht, die Wirkung eines Magneten hat, den man in eine Schachtel voller Eisenspäne wirft, würde ich die Besitzer eher als Leute beschreiben, die ansonsten den Nerz nach innen tragen.
Wäre es möglich, auf Basis der Rocket ein noch radikaleres Naked Bike zu konstruieren, das wesentlich fahraktiver ist – möglicherweise ohne den 240er-Hinterradreifen?
Das wäre sicher möglich. Allerdings nicht ohne sehr tief-
greifende Änderungen. Daher wäre das eher ein Fall für Triumph selbst. Genügend Kunden könnte ich mir angesichts der Resonanz auf unseren Roadster gut vorstellen, zumindest in Europa.
Sie sind mit zwei RS III zu Triumph ins Werk gefahren. Waren die Briten von Ihrem Umbau angetan, bauen sie vielleicht so etwas in Serie?
Die Reaktionen einzelner Triumph-Mitarbeiter reichten von bewundernd bis begeistert, jedoch nur absolut »inoffiziell«. Triumph Deutschland, zu denen wir einen sehr guten Kontakt haben, unterstützt uns, zumindest ideell. England hat wohl anderes mit der
Rocket III vor, ganz sicher nicht: reduce to max!
Mit der Änderung des Mappings wird die Reduzierung des Drehmoments in den unteren drei Gängen aufgehoben. Haben Sie keinerlei Be-
denken, dass die Belastungen für den Antriebstrang zu hoch sind?
Wer einmal die Innereien eines Rocket-Antriebsstrangs gesehen hat, zweifelt sowieso nicht daran, dass Triumph ursprünglich in der ersten Entwicklungsphase deutlich mehr Leistung aus dem Motor generierte. Deshalb ist eine Rocket auch heute noch an keinem Bauteil auf Kante genäht. Für die anvisierte Cruiser-Klientel ist die Leistungs- und Drehmomentbeschränkung zu Gunsten einer beherrschbareren Leistungsentfaltung sinnvoll.

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