Interview mit Gerhard von Bressensdorf, Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. (Archivversion)

Gerhard von Bressensdorf, Bundes-
vereinigung der Fahrlehrerverbände e.V.

Wie steht der Fahrlehrerverband zur neuen Führerscheinklasse S?
Die haben wir von Anfang an als völlig überflüssig angesehen und leiden nunmehr unter dem Druck, der durch diese EU-Bestimmung auf uns Fahrlehrer zugekommen ist.
Inwiefern leiden Sie?
Weil wir eine weitere sinnlose Aufsplittung der Führerscheine für 16-Jährige haben mit jetzt fünf Klassen. Und mit der S bekommen wir ja nicht nur Quads, sondern auch hochgradig gefährliche Leicht-Pkw und -Lkw, die aus Gründen der Verkehrssicherheit überhaupt nicht auf die Straße gehören.
Wie groß wird der Andrang auf die Klasse S sein?
Wir spüren bundesweit keine Nachfrage; bei den Eltern sind eher Distanz und Ablehnung wahrzunehmen als die Unterstützung des durchaus verständlichen Wunsches auf Mobilität bei den Jugendlichen.
Darf, wer in einem Miniauto den Schein macht, auch Quad fahren und umgekehrt?
Ja, und das ist eines der größten Probleme. Wir haben sogar drei Kategorien, die wir mit einer Fahrerlaubnis abdecken, denn dazu kommen ja noch die Mini-Lkw, auch auf drei Rädern. Und wir haben drei verschiedene Antriebsarten: Elektro-, Benzin- und Dieselmotoren. Die Quads werden bei jungen Leuten sicher den größten
Zuspruch finden. Aber aufgrund der geringen Spurbreite und des hohen Schwerpunkts unterschätzt man oft das Risiko, das in diesen Fahrzeugen steckt.
Ist ein Jugendlicher auf zwei oder vier Rädern sicherer unterwegs?
Auf jeden Fall auf zwei Rädern.

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