Interview mit Hennes Löhr, Kopf der Firma LKM (Archivversion)

Hennes Löhr, 50, ist Kopf der Firma LKM. Der Kfz-Meister für Mechanik und Elektrik tunt jährlich bis zu 250 Vierzylindermotoren. Hierbei kommt ihm seine große Erfahrung aus dem Rennsport zugute.

Was glauben Sie, ist der Grund dafür, dass die Yamaha FZ1 ab Werk mit Abstimmungsproblemen des Motors kämpft?
Die Auslegung ist nicht optimal, denn als Basis dient der extrem kurzhubige R1-Motor, Modelljahrgang 2005, der hauptsächlich durch zahmere Nockenwellen auf sein neues Arbeitsgebiet getrimmt wurde. Das ist zu wenig, um ein möglichst breites nutzbares Drehzahlband
zu generieren. Beim Tuning des FZ1-Motors konnte ich auf zahlreiche Prüfstandsversuche mit dem R1-Triebwerk zurückgreifen. Dadurch konnte eine Ansaug-Strömungsoptimierung im unteren Drehzahl-
bereich realisiert werden, ohne auf hohe Spitzenleistung verzichten
zu müssen. Die sanftere Kraftentfaltung ergab sich von ganz alleine. Diese handwerkliche Feinarbeit kann ein Hersteller von Großserien-motorrädern gar nicht leisten.
Sie tunen ausschließlich Vierzylinder. Warum?
Zum einen zählen Vierzylinder-Reihenmotoren zu den robustesten Triebwerken auf dem Markt, ihr Aufbau ist einfach und effektiv. Zum anderen ist das auch mit einer gewissen Tradition verbunden. Denn als LKM 1983 gegründet wurde und sofort mit Rennsport-Tuning Erfolge feiern konnte, waren nur Vierzylinder-Reihenmotoren bei Superbike-Rennen wirklich siegfähig. Also haben wir immer das gemacht, was wir am besten konnten: standfeste und schnelle Vierzylinder-
Reihenmotoren bauen. Die müssen nicht immer aus Japan kommen, auch MV Agusta-Motoren treiben wir zu Höchstleistungen an.
Die von Ihnen durchgeführten Tuning-Maßnahmen sind TÜV-konform. Wie ist es möglich, die Leistung bei Einhaltung der Euro-3-Norm noch zu steigern?
Wir optimieren den Motor, wir bauen ihn ja nicht komplett um. Eine bessere Zylinderfüllung durch eine verbesserte Strömungstechnik erhöhen Effektivität und Leistung, in den meisten Fällen nicht aber
den Verbrauch. Deshalb sind unsere getunten Motoren oft sparsamer, stoßen folglich weniger Kohlendioxid aus und halten alle anderen Schadstoffgrenzwerte ein. Eine Lambdasonde bleibt ebenso ins Motormanagement eingebunden wie ein Kat. Auch unsere Brennraumoptimierung und das Variieren des Verdichtungsverhältnisses sind nicht schadstoffrelevant.
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Durch den Umzug aus dem Bonner Stadtgebiet in einen Ge-
werbepark vor den Toren der Bundesstadt konnten wir Arbeitsabläufe verbessern und sind nun in der Lage, diesen Vorteil an die Kunden weiterzugeben. Ob wir dieses Angebot beibehalten können, hängt auch von der allgemeinen Preisentwicklung ab.

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