Interview mit Piero Ferrari

MOTORRAD sprach mit Piero Ferrari, Inhaber von HPE:
»Honda schlagen wir seit Jahren.“

Wie passen eine Formel-1-Schmiede und eine Supermoto zusammen?
Im Motorradbereich verschwinden die Zweitakter allmählich. Ein Viertakter ist typisch für den Automobil-
bau und damit auch für die Formel 1. Und dass wir da in Modena Strukturen auf Weltklasse-Niveau haben, wird
niemand bezweifeln. Insofern klappt
bei uns natürlich auch eine Motorrad-Entwicklung.
Wie – keine Unterschiede?
Doch klar, ein Motorradmotor muss ganz anders funktionieren als
ein Formel-1-Antrieb, gerade bei einer Supermoto. Da liegt der Schwerpunkt auf der Fahrbarkeit und auf dem
Drehmoment. Deshalb haben wir einen traditionellen Einzylinder mit zwei
oben liegenden Nockenwellen entwickelt. Aber wir haben dabei die
modernsten Rechnermöglichkeiten genutzt, die es gibt.
Wie viel PS hat der Motor?
Das verraten wir noch nicht. An Details nur so viel: Der Motor hat einen Ventilwinkel von 20 Grad und dreht
bis etwa 12000/min. Die Verdichtung liegt bei 13 zu eins. Es gibt Kick- und Elektrostarter, dazu ein Sechsgang-Kassettengetriebe, das sich bei Bedarf auf elektronische Steuerung umbauen lässt.
Soll der Single nur in einer Supermoto eingesetzt werden?
Selbstverständlich ist der Motor so konzipiert, dass er einen Mehrfach-Nutzen erlaubt. Aber erst mal setzen wir auf die Supermoto.
In der Supermoto-WM gibt es starke Konkurrenz. Macht Ihnen das keine Angst?
Aber nein. Nehmen Sie zum Beispiel Honda: Stimmt schon, die sind
im Verkaufen besser als Ferrari. Aber technisch sind wir überlegen – in der Formel 1 schlagen wir sie seit Jahren.
Werden Sie weiter mit Terra Modena zusammenarbeiten?
Wenn sich das Motorrad auch
in der Praxis als überzeugend erweist, auf jeden Fall. Das muss man abwarten. Doch ich bin sehr zuversichtlich. Es gibt nicht viele Firmen, die in
so kurzer Zeit – gerade mal einem Jahr – ein so viel versprechendes Projekt
auf die Beine stellen wie Terra Modena.

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