Interview mit Werner Brückle, Dragster-Mann der 1. Stunde (Archivversion)

Werner Brückle, 50, ist Dragster-Mann der ersten Stunde. Nach zehn Jahren
Pause stieg er wieder ein. Er fährt für PIA
Regensburg im
Destroyer Cup.

Früher mit einem Competition Bike mit 467 PS unterwegs, heute im Destroyer Cup mit 165 PS. Ist das nicht langweilig?
Nein, überhaupt nicht. Allein schon
deshalb, weil alle mit identischem Material antreten. Das ist in der Dragster-Welt eher selten und gestaltet die Sache richtig spannend.
Wie beurteilst du den Stand der Technik?
Gut. Jedenfalls, wenn es um die
Dinge geht, die du auf der Viertelmeile brauchst. Lock-up-Rennkupplung, Air-Shift-Getriebe, Launch-Box – es ist alles praktisch aus der Kiste vorhanden. Das macht den Sport auch für Menschen, die sich in diesem Metier noch nicht so auskennen, von Anfang an beherrschbar.
Heißt das, damit kann jeder auf Anhieb schnell sein?
Zumindest können auch Anfänger damit von Anfang an ordentlich mitfahren. Um letztlich richtig schnell zu sein, dazu gehört, wie eigentlich immer im Dragster-Sport, ganz viel penible Feinarbeit. Und ganz viel Erfahrung. Darum sind in diesem Geschäft die richtig Schnellen auch meist alte Säcke. (lacht)
Was heißt das: penible Feinarbeit, viel
Erfahrung?
Na ja, selbst wenn im Destroyer Cup alle dieselbe Basis haben und das technische Korsett ganz straff sitzt, gilt es, den Rahmen der Möglichkeiten – den sich der eine oder andere sicher etwas breiter gesteckt wünschen würde – voll auszuschöpfen. Welche Startdrehzahl wähle ich auf welchem Asphalt bei welchem Reifendruck? Bei welcher Drehzahl schalte ich. Welche Übersetzung? Zunächst einmal sind das für alle Beteiligten dieselben Unbekannten. Und weil sich alles in Bruchteilen einer Sekunde abspielt, kommst du ohne ein verlässliches Datarecording auf Dauer nicht weiter. Jedenfalls nicht in einem Sport, bei dem eine Zehntelsekunde eine Welt sein kann. Aber gerade das macht den Reiz ja aus.
Ein kleines Beispiel aus dem Nähkästchen?
Beim Dragracing wird viel von der
Reaktionszeit gesprochen. Von der des Fahrer, wohlgemerkt. Doch auch das Motor-
rad braucht Zeit, um zu reagieren. Nicht viel, doch genug, um über Sieg und Niederlage
zu entscheiden. Hier ist ebenfalls Raum für Feintuning.

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