Interview: Motorrad-Ecke meldet Insolvenz an Motorrad-Ecke macht weiter - mit weniger Shops

+++ UPDATE +++ Die Motorrad-Ecke GmbH hat zwar Ende 2010 Insolvenz angemeldet, der Betrieb soll jetzt aber unter Leitung des früheren Geschäftsführers und Firmengründer Mustafa Özbek weitergeführt werden. Wie die Zeitung Südkurier meldet, haben sich Özbek und der Insolvenzverwalter auf ein Konzept für die Motorrad-Ecke geeinigt, das die Schließung einiger nicht rentabler Filialen vorsieht, aber zirka 50 Arbeitspätze erhalten soll. +++ Update Ende +++

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Foto: Motorrad-Ecke

(21.12.10)Das Unternehmen Motorrad-Ecke mit Firmensitz in Villingen-Schwennigen hat im November Antrag auf Insolvenz gestellt. Bundesweit hat der Zubehör- und Bekleidungshändler 25 Filialen, darunter in Stuttgart, Düsseldorf, Köln und München, die weiterhin geöffnet bleiben und Produkte verkaufen.

Als Geschäftsführer der Firma fungieren Georg Wahlicht und Herbert Will. Rund 80 Beschäftigte arbeiten in den Shops und 20 in der Zentrale mit Online-Versand in Villingen-Schwenningen. Derzeit sucht der vorläufige Insolvenzverwalter Wolfgang Bilgery nach Investoren.

Georg Wahlicht, Geschäftsführer der Motorrad-Ecke, sprach mit MOTORRAD über die Zukunft des Unternehmens, das im November 2010 Antrag auf Insolvenz stellte.

Vor zwei Jahren wollte die Motorrad-Ecke unter die ersten drei Motorradzubehör-Ketten in Deutschland auf­rücken. Was lief schief?

Beim Umsatz war das nicht unser Ziel, zumal wir mit einer im Vergleich zu anderen Wettbewerbern geringeren Anzahl eigener Verkaufsstellen agieren. Vielmehr ist uns wichtig, Motorrad- und Rollerfahrern als erste Adresse für hochwertige Qualitäts-Schutzbekleidung, Helme und hochwertiges Zubehör zu dienen, da wir uns primär auf erstklassige Premium-Herstellermarken konzentrieren. Durch dieses Konzept sind wir in einigen Verkaufsgebieten für unsere Kunden die erste Wahl in Sachen Markenqualität, Service und Beratung. Bei den Best Brand-Wahlen der MOTORRAD-Leser verbesserte sich die Motorrad-Ecke von Jahr zu Jahr. Innerhalb dieser Hitliste ist es realistisch, zeitnah unter die ersten drei Filialanbie­ter zu kommen. Nicht vorhersehbar war für uns die Weltwirtschaftskrise 2009. Das Folgejahr 2010 war wegen des extrem ungünstigen Witterungsverlaufs noch schwieriger, weil er viele Motorrad- und Roller­piloten vom Fahren abhielt, die dann auch wenig Produkte nachfragten. Erschwerend kam hinzu, dass Discount-Wettbewerber die Preise so weit reduzierten, dass viele Händler nichts mehr am Verkauf dieser Waren verdienten. Deshalb konnten wir leider nicht die geplanten und erforderlichen Umsätze und Erträge realisieren.

 

Wie geht es weiter mit dem Unternehmen und was geschieht jetzt mit den Shops?

Das Unternehmen Motorrad-Ecke existiert seit 27 Jahren. Unser Ziel ist eine erfolgreiche Weiterführung. Die Motorrad-Ecke beschäftigt sehr gut ausgebildetes Fachpersonal, viele Mitarbeiter sind bereits über 15 Jahre in der Motorradbranche tätig, das Geschäftskonzept ist gut. Die Filialen sind weiterhin geöffnet und die Gespräche mit möglichen Geldgebern laufen. Selbstverständlich sind uns ernstgemeinte Angebote aus der Wirtschaft jederzeit willkommen. Die Motorrad-Ecke will zukünftig eine noch größere Auswahl bieten und dabei in jeder Preisklasse ein optimales Preis-Leistungsverhältnis bereithalten. Aktuell gibt es in unseren Filialen hervorragende Angebote zu echten Winterpreisen. Viele Einzelstücke und Auslaufprodukte sind bis zu 50 Prozent günstiger zu bekommen.

 

Wie wirkt sich der Antrag auf Insolvenz  bei Garantiefällen oder Reklamationen aus?

Unser Unternehmen bezieht hauptsächlich Produkte von Premium-Herstellern, die ihren Hauptsitz oder eine Niederlassung in Deutschland haben. So bieten die Top-Marken Stadler, Büse, Held, Daytona, Dane, Difi, Schuberth, Shoei, Nolan, X-Lite in der Regel jeweils eine Herstellergarantie von mindestens zwei Jahren. Stadler gewährt sogar auf einige Top-Produkte zehn Jahre Garantie. Generell leisten diese Hersteller auch direkt gegenüber Kunden, die Ware bei einem Händler gekauft haben, vorausgesetzt, eine Kopie des Kaufbelegs kann vorgelegt werden. Produkte dieser
Top-Marken werden selten reklamiert.

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