Interview (Archivversion)

«Hohe Versicherungsprämien diskrimieren die 125er“

Der Hauptgeschäftsführer des VFM, Josef Schmid, zur Versicherung der neuen 125er Klasse.

?Voraussichtlich wird am 1. März die neue 125er-Klasse eingeführt. Warum fordern Sie deshalb neue Versicherungstarife?Bei der neuen Klasse handelt es sich zunächst um Fahrzeuge mit 125 cm³ und maximal 11 kW (15 PS), deren Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h begrenzt ist und die von 16- und 17jährigen gefahren werden dürfen, die den 1b-Führerschein besitzen. Die Klasse 1b berechtigt dann, ab 18 Jahren diese Fahrzeuge ohne Geschwindigkeitsbegrenzung zu fahren. Das gleiche gilt für Führerscheininhaber der Klassen 2, 3, und 4, sofern die Fahrerlaubnis vor dem 1. April 1980 erteilt wurde. Aufgrund dieser unterschiedlichen Nutzer ist eine Neuordnung der Tarife erforderlich.?Wie soll diese Neuordnung aussehen?Der VFM fordert für die 125-cm³-Fahrzeuge vier Versicherungsrisikoklassen. Wir setzen uns zunächst für eine Unterteilung in Motorroller und Motorräder ein. Zudem müssen die Tarife für Leichtkrafträder mit Geschwindigkeitsbegrenzung von den Tarifen der offenen Klasse getrennt werden. Denn wer 18 Jahre oder älter ist, verfügt bereits über Erfahrungen im Straßenverkehr und sollte deutlich weniger als die Jüngeren zahlen, für Roller etwa 150 Mark und für Leichtkräfträder rund 180 Mark Versicherung im Jahr. ?Welche Vorteile hat die Neuordnung?Die Neuordnung der Versicherungsklassen ist erforderlich, um die neue Motorroller- und Motorradklasse nicht durch ungerechtfertigte Einstufungen der Versicherer zu diskriminieren. Diese Fahrzeuge, insbesondere die Motorroller, werden heute bereits nicht mehr nur als reine Hobbyfahrzeuge, sondern zunehmend als Verkehrsmittel im Nahverkehr eingesetzt. Aus verkehrspolitischer Sicht wäre es deshalb unklug, durch eine falsche Versicherungsklassifizierung der Einführung und Nutzung dieser Fahrzeuge einen Dämpfer zu versetzen. Sie stellen im innerstädtischen Bereich eine Möglichkeit dar, die Verkehrsprobleme zu lösen, weil sie eine Alternative zum Pkw bieten. Eine Einstufung aller Fahrzeuge in die heutige Leichtkraft-Prämie, die etwa 750 Mark pro Jahr beträgt, würde bereits vor dem Verkaufsstart die Grundlage für eine erfolgreiche Einführung entziehen.
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Versicherung der 125er: Interview mit dem VFM (Archivversion)

Bei Piaggio hatten sich´s alle so schön ausgemalt: 1996 kommt zum 50. Geburtstag eine Jubiläums-Vespa heraus, und das Geschäft blüht. Nichts da. Denn jetzt ist Lambretta wieder auferstanden, die gefährliche Rivalin aus alten Zeiten. Die Roller mit dem guten Ruf sollen bereits 1997 - pünktlich zum 50. Geburtstag von Lambretta - vom Band laufen. Nach 20 Jahren Pause kehrt die Firma zurück, die Ferdinando Innocenti gründete und die östlich von Mailand produzierte - am Lambro, von dem sich der Markenname ableitet. Lambretta stand in den 50er Jahren für Qualität, denn die Zweitakter galten als zuverlässig und schnell. Doch als der Rollerboom vorbei war, ging´s auch mit Lambretta bergab. Schließlich verkaufte die Familie Innocenti die Marke an das indische Staatsunternehmen Scooter in Bombay. Hinter der jetzigen Wiederbelebung steht der Schweizer Finanzier Dieter Höfmayer. Der gebürtige Deutsche kaufte den Indern die Namensrechte ab, gründete in Lugano die Lambretta SA und beauftragte die Mailänder Firma Gramde mit der Umsetzung des Projekts. Produziert wird in Rovigo im Veneto, wo jede Menge Zuliefererbetriebe sitzen. Die Zielgruppe von Lambretta: junge Rollerfahrer, das beliebteste Jagdrevier von Piaggio. br

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