Intro (Archivversion) Aprilia RSV4 Factory; fliegendes Dreirad "SkyBike"

Aprilia RSV4 Factory

Aprilia will es wissen: Mit der RSV4 Factory stellen die Italiener ein nagelneues Superbike mit 999-cm3-Motor vor.

In der Superbike-Weltmeisterschaft will Aprilia in der Saison 2009 mit einer Rennversion der neuen RSV4 Factory mitmischen, die vor­aussichtlich um die 215 PS leistet. Die Straßenversion des 65-Grad-V-Vierzylinders soll jedoch auf 180 PS begrenzt sein. Die Drosselklappen werden elektronisch mittels Ride-by-wire gesteuert. Das Vierventil-Triebwerk umgibt ein Aluminium-Brückenrahmen, dessen Lenkkopfwinkel einstellbar ist. Weitere Zutaten des Edelrenners: 43er-Upside-down-Gabel von Öhlins sowie Brembo-Monobloc-Bremsen mit vier Kolben vorn, Anti-Hopping-Kupplung, Dreifachscheinwerfer. Die RSV4 wiegt trocken lediglich 179 Kilogramm. Wann sie 2009 kommt? Noch offen.


Harley-Quads

Die belgische Firma Qtec bietet für alle Harley-Davidson-Modelle Kits an, die ein Bike wahlweise in ein Quad oder Trike verwandeln. Da der Umbau Motor, Elektrik und Antrieb nicht betrifft und ganz ohne Schweißen oder Bohren auskommt, lässt er sich auch wieder rückgängig machen. Eine patentierte Einzelrad-Achsschenkelaufhängung, kombinierbare Rahmen, Radsätze und ein Differentialgetriebe hinten ermög­lichen die Verwandlung. Künftig wollen die Belgier Sandy Poglavec und Erick Gee­belen auch Zubehör für ihre Drei- und Vierräder offerieren; www.qtec-engineering.com.


Interview Hendrik von Kuenheim (Chef von BMW Motorrad)

„Drei BMW im Finale – das ist für uns ein sensationelles Ergebnis“

Hendrik von Kuenheim, Chef von BMW Motorrad, zum Sieg der BMW R 1200 R beim Alpen-Masters 2008.

Herzlichen Glückwunsch, der Wanderpokal bleibt nach dem wiederholten Sieg beim Alpen-Masters ein weiteres Jahr in München. Überrascht?
Ich würde eher sagen, wir freuen uns alle sehr über den Sieg. Nachdem sich die R 1200 R schon im letzten Jahr gegen harten internationalen Wettbewerb durchsetzen konnte, haben wir gehofft, dass sie auch in diesem Jahr sehr gut abschneiden wird.

Am Ende war der Vorsprung vor der neuen R 1200 GS hauchdünn. Welche der beiden bevorzugen Sie persönlich für alpine Touren?
Aufgrund ihrer Handlichkeit und dem unübertroffenen Lang­streckenkomfort bevorzuge ich für eine längere Tour die große GS – auch wenn die Wahl zwischen den beiden zugegebenermaßen schwer fällt.

Mit der F 650 GS hatte BMW sogar eine dritte Maschine im Finale, die Rang vier erreichte.
Drei BMW-Maschinen unter den sechs Finalisten ist für uns ein sensationelles Ergebnis und bestätigt die große Stärke von BMW bei den Tourern und Enduros. Dass unser jüngster Allrounder, die F 650 GS, beim Alpen-Masters so weit nach vorne gefahren ist, zeigt, dass auch ihr Konzept absolut stimmig ist. Die guten Verkaufszahlen der F 650 GS bestätigen, dass unsere Kunden das genauso sehen.

Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe, dass BMW-Modelle und speziell die Boxer in solchen Tests meistens ziemlich gut aussehen?
BMW verfügt über eine außerordentlich große Erfahrung und eine sehr lange Tradition in der Entwicklung von tourentauglichen Motorrädern. Das Alpen-Masters hat das einmal mehr deutlich gemacht. Mit den Boxern verfügen wir darüber hinaus über ein einzigartiges Fahrzeugkonzept, das beste Dynamik, einfachste Fahrbarkeit und herausragende Allroundeigenschaften verbindet. Das schätzen auch unsere Kunden, und wir tragen dem bei der Entwicklung Rechnung, denn wir erproben die Fahreigenschaften auch in den Alpen sehr intensiv.

Hat ein so wichtiger, internationaler Test Einfluss auf die Meinungsbildung bei BMW, eventuell sogar auf die Entwicklung neuer Modelle?
So ein groß und umfassend angelegter Test von unabhängigen Fachleuten ist für unsere Entwicklung mit Sicherheit sehr aufschlussreich und bestätigt die Arbeit unserer Ingenieure. Natürlich ist dies für uns auch ein Ansporn, um zukünftige Produkte in diesen Segmenten weiter zu verfeinern.


Im Unruhestand

Bert Poensgen, Urgestein der Motorradszene und seit 30 Jahren für Suzuki tätig, orientiert sich neu. Der 61-Jährige, der als Director Sales und Marketing bei Suzuki International Europe tätig ist, wird sich bis Mitte 2009 sukzessive aus seiner Führungsposition zurückziehen, aber Suzuki weiterhin als Berater zur Seite stehen. Bereits ab 1. Oktober 2008 wird Poensgen einen Teil seiner Zeit als Berater und Repräsentant für die neuen Betreiber des EuroSpeedway Lausitz verbringen. Poensgen: „Mich reizt die Aufgabe, noch mehr motorsportliche Aspekte in den Mittelpunkt meiner Auslastung stellen zu können.“


Benelli 250 GP-Modell

Schauen Sie auf das Bonbon auf dem Foto. So winzig ist die liebevoll gefertigte Benelli 250 GP. Den Vierzylinder im Maßstab eins zu sechs hat der spanische Modellbauer Pere Tarragó hergestellt, der sich auf Motorräder spezialisiert hat. Aus Stahl, Alu, Leder, Polycarbonat und anderen Materialien stellt Tarragó die originalgetreuen Bikes her. Mehr als 400 Stunden Arbeit stecken in jedem Modell. Infos: www.motoscalatarrago.com.


Der neue Kalender Motorrad-Rennsport 2009 ist da

Ob Valentino Rossi, Casey Stoner, Stefan Bradl oder Max Neukirchner – 13 Motive mit den bekanntesten GP- und Superbike-Piloten sind im neuen Motorrad-Rennsport-Kalender veröffentlicht. Preis: 14,95 Euro; www.motorradonline.de/shop.


MX1-WM: Philippaerts ist Champion

Zwei Weltmeister wurden beim Finale der Motocross-WM 2008 gekürt. David Philippaerts (Italien/Yamaha, Foto links) holte sich im italienischen Faenza den Gesamtsieg der MX1-Kategorie mit knappem 14-Punkte-Vorsprung vor dem belgischen Suzuki-Piloten Steve Ramon. Tyla Rattray (Südafrika/KTM) gewann mit einem 23-Punkte-Plus etwas komfortabler vor seinem britischen Markenkollegen Tommy Searle die MX2-WM. Höhepunkt des Endlaufs aus deutscher Sicht: KTM-Werksfahrer Max Nagl siegte in beiden MX1-Einzelrennen und durfte den ersten Tagessieg seiner Karriere sowie WM-Endrang sechs feiern.


Kurz notiert

Kawa im Zweifarb-Design
Die Z 1000 von Kawasaki gibt es im Modelljahr 2009 in einem Zweifarben-Design aus Orange und Schwarz (Foto) sowie in einer Kombination aus Weiß, Silber und Schwarz. Daneben kommt die Z 1000 wie gewohnt ganz in Schwarz.

BMW G 450 X im Verkauf
Die neue Sport-Enduro G 450 X verkauft BMW für 8500 Euro ohne Nebenkosten. Zubehör für den Renneinsatz von Auspuffanlagen bis zu Rädern bietet das Unternehmen Speedbrain Offroad Performance, das mit BMW Motorsport kooperiert. Weitere Infos im Internet: www.bmw-motorrad.de, www.speedbrain.de.

Anleitungen zur Reparatur
Im Bucheli Verlag sind zwei neue Reparaturanleitungen erschienen, die auch Tipps zu Inspektionen sowie die jeweilig passenden Reifentypen enthalten. Beide hat Franz Josef Schermer verfasst. Den BMW K 1200 S, R, R Sport und GT ab Modelljahr 2004 widmet sich der Band 5276 für 24,90 Euro. Genauso viel kostet die Reparaturanleitung für die Suzuki DL 650 V-Strom ab Modelljahr 2004 bis Modelljahr 2008 (Band 5277).

Daytona mit Flagge
Noch bis zum 30. September bekommen Käufer einer neuen Triumph Daytona 675 in Neon Blue ein Verkleidungsoberteil mit der Custom-Lackierung „Union Jack“ im Stil der britischen Flagge kostenlos dazu.


Dem Himmel nah: SkyBike

Ein fliegendes Dreirad will die kalifornische Firma Samson Motorworks entwickeln. Das SkyBike fährt oder startet von Flughäfen aus in die Lüfte.

Wem die Straße zu eng wird, kann künftig abheben. Jedenfalls, wenn die Erfinder des SkyBikes, das kalifornische Unternehmen Samson Motorworks, das Himmels-Bike bauen. Das Teil wird von einem Motorradmotor mit bis zu 180 PS angetrieben und erreicht damit auf der Straße knapp 153 km/h. Zum Start werden Teleskopflügel ausgefahren. In der Luft ist das SkyBike rund 225 km/h schnell und hat eine Reichweite von 354 Kilometern; www.samsonmotorworks.com.



Diesel-Chopper

Ein Faible für hydraulische statt mechanische Lösungen haben die US-Amerikaner Jeff Parker und Brian Okeefe von der Firma Hydraulic Innovations. Okeefe hat einen Chopper gebaut, der von einem Dreizylinder-Kubota-Turbodiesel-Motor angetrieben wird. Statt Kette oder Zahnriemen wählte Okeefe einen hydraulischen Endantrieb mit Pumpen, der die Leistung auf das Hinterrad mit einem 300er-Schlappen überträgt. Die Firma ver­kauft eine DVD, auf der zu sehen ist, wie der Endantrieb funktioniert. Bilder gibt es aber auch auf der Webseite: www.hydraulicinnovations.com, www.kubota.de.


Neun Harley-Treiber für ein Konzert in Trossingen gesucht

Jens Gödel studiert an der Musikhochschule Trossingen das Fach Trompete. Zu seiner Abschlussprüfung am 15. Februar 2009 will er um 15 Uhr das Stück „Harley-Davidson“ von Dieter Schnebel für neun Harley, Synthesizer und Trompete aufführen. Dazu sucht Jens Gödel neun Harley-Fahrer, die jeweils auf ein Zeichen den Motor an- und abstellen, Gas geben, hupen, blinken und zum Schluss mehrere Runden im Kreis fahren. Telefon 0171/6402103. E-Mail: MikeHailwood@web.de.


Bücher zum Schmökern

In dem schmalen Bändchen „Mordwand und Todeskurve“ widmet der Tübinger Autor Kurt Österle dem Motorradrennfahrer Hans Baltis­berger, der 1956 in Brünn tödlich verunglückte, 49 Seiten. Für literarisch Interessierte, die den sachlichen Blick auf das Faszinosum Motorrad-Renn­sport mögen, lohnt sich die Anschaffung. Österle hat genau recherchiert und bringt Baltisberger als Profi, aber auch das Zeitgefühl der 50er Jahre rüber. Preis: 16 Euro. ISBN 978-3-940086-24-2. Praktisch für den Urlaub ist das „Motorrad-Wörterbuch in fünf Sprachen“ von Marc Roger Reichel. Wer weiß schon, was Kupplungshebel auf Englisch, Spanisch, Französisch oder Italienisch heißt. Preis: 7,90 Euro. ISBN 978-3-89416-385-3.


Endurance-Titel für Suzuki

Mit einem klaren Sieg beim Bol d’Or, dem Langstrecken-Klassiker im französischen Magny-Cours, gewann das Fahrertrio Vincent Philippe, Matthieu Lagrive und Julien da Costa auf der Werks-Suzuki GSX-R 1000 auch den Titel der Endurance-Weltmeisterschaft – es ist bereits ihr vierter in ununterbrochener Folge und der neunte für das Suzuki-Werksteam insgesamt. Das deutsche RMT-21-Honda-Team beendete den 24-Stunden-Wettbewerb unter schwierigen regnerischen Bedingungen auf Rang zehn. Während einer der beiden BMW-Werks-Boxer acht Stunden vor Rennende mit irreparablem Leistungsverlust aufgeben musste, holte sich das zweite Team als Gesamt-29. den Klassensieg in der Open-Kategorie.


Designer-Bikes

Dass das Motorrad künftig eine große Rolle im Verkehr spielen wird, glauben die US-Studenten Ian Galvin und Craig Mackiewicz und haben das Computermodell der Nero entwickelt, die eine Weiter­entwicklung der Marke Vincent darstellen soll. Harmonischer wirkt die Saurabi F 1200, die von einem Harley-Motor angetrieben wird. Jon Pugh aus den USA hat das Motorrad speziell für Frauen entwickelt, die kein „Frauen-Motorrad“ wollen. Die Sitzhöhe lässt sich beliebig verstellen.


Sport kompakt

Steffi Laier: WM-Krone verpasst
Es wäre schon eine faustdicke Überraschung gewesen, wenn Steffi Laier, Deutschlands erfolgreichste Motocross-Lady, beim WM-Finale im holländischen Lierop doch noch den Titel gewonnen hätte. Denn die KTM-Pilotin lag vor den Endläufen deutlich hinter ihrer französischen Konkurrentin Livia Lancelot zurück, weil sie beim ersten Grand Prix der Saison in Bulgarien nicht hatte starten können. Laier musste auf einen schweren Fehler der Rivalin hoffen, um eine Chance auf den Gesamtsieg zu haben. Doch Lancelot blieb cool, wurde im ersten Durchgang Zweite hinter Laier, siegte im zweiten Lauf und war damit Weltmeisterin. Weil sich die Deutsche trotz gebrochener Feder an der Hinterradauf­hängung auf Platz sechs ins Ziel kämpfte, reichte es für sie noch zur Vizeweltmeisterschaft.

Hofman und Biaggi bei Aprilia?
Ex-MotoGP-Fahrer Alex Hofmann, in diesem Jahr als Testfahrer für das kommende Aprilia-Superbike (siehe Seite 6) unterwegs und vor einigen Wochen bei einem Supermoto-Rennen in der Schweiz schwer gestürzt, erholt sich zügig. Der Deutsche erlitt zahlreiche komplizierte Brüche im rechten Mittelfuß sowie in der linken Schulter und musste daher zwei Test-Termine mit dem neuen 1000er-V4-Renner absagen, ist aber guter Dinge, seine Arbeit Mitte Oktober in Valencia fortsetzen zu können. Seiner Weiterbeschäftigung in der WM-Saison 2009 als Rennfahrer im neuen Aprilia-Superbike-Werksteam sieht er sehr zuversichtlich entgegen. Teamkollege wäre dann höchstwahrscheinlich Max Biaggi, der drei seiner vier 250er-WM-Titel auf Aprilia-Maschinen gewonnen hat.

Noch ein WM-Titel für Gerd Riss
Beim Langbahn-Einzelweltmeisterschaftsfinale im niedersächsischen Vechta setzte Gerd Riss (Foto) noch einen drauf: Platz vier im Tagesfinale reichte dem Bad Wurzacher, um seine bis dato mit sechs Einzel- und zwei Mannschafts-WM-Titeln ohnehin schon beeindruckende Erfolgsbilanz mit einem weiteren Weltmeisterschafts-Gesamtsieg zu ver­edeln. Erst drei Wochen zuvor war dem 43-jährigen Zimmermeister die Titelver­teidigung in der Team-WM gelungen.

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