Kälte bereitet Dauertest-Harley Unbehagen (Archivversion)

Fröstling

Die meisten Motorräder halten derzeit Winterschlaf, den MOTORRAD-Dauertestmaschinen wird allerdings keine Ruhepause gegönnt. Besonders empfindlich auf niedrige temperaturen reagiert die Harley Sportster 1200 Sport. Das Kaltstartverhalten ist zwar auch bei etlichen Minusgraden vorbildlich, doch in der anschließenden Warmlaufphase gibt die Sport sich äußerst unwillig. Das luftgekühlte V2-Triebwerk vereitelt jeden Anfahrversuch mit seiner schlechten Gasannahme. Kaum wird ihm Leistung abverlangt, schon droht die Gemischaufbereitung im Vergaser zusammenzubrechen. Nur mit viel Geduld und dem kombinierten Einsatz von Gas und Kupplung gelingt es, die Harley in Fahrt zu bringen. Abhilfe könnte eine andere Vergaserbedüsung schaffen, damit erlischt jedoch die ABE.
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Harley-Davidson XL 1200 Sportster Sport: Kälteprobleme (Archivversion)

Härtere Federn verbessern das Fahrwerk der Suzuki XF 650 Freewind nachhaltig.
Sowohl Sportler als auch Fans von Zweierkisten wurden mit der XF im Serientrimm nicht recht glücklich: Ersteren schlug die Gabel beim Anbremsen allzu schnell durch, letzteren mißfiel, daß das Federbein unter voller Last schon im Stand fast bis zum Anschlag durchsackte. Ein Besuch beim Feder- und Dämpfer-Spezialisten Benny Wilbers in Nordhorn schien also geboten. Die trocken-nordische Analyse lautete denn auch: »Wir verstehen nicht, wie man bei einem Federbein eine zu weiche Feder mit einer deutlich zu straffen Zugstufendämpfung paaren kann.« Über die Gabelfedern wurde gar nicht lange debattiert, die linear gewickelten Serienteile mußten progressiven Federn (169 Mark) weichen. Hinten bietet Wilbers als kostengünstige Lösung (159 Mark) an, auf den Original-Dämpfer statt der von Suzuki vorgesehenen Feder mit Federrate 95 eine stärkere mit Rate 120 zu setzen. »Dann kann die zu straffe Zugstufendämpfung das Bein nicht länger am Ausfedern hindern.«Fahrversuche auf der Redaktions-Teststrecke nahe Stuttgart, bei denen eine serienmäßige Freewind vergleichshalber mitfuhr, bestätigten diese Prognose: Bei gleich gutem Ansprechverhalten konnte sich das aufgerüstete Federbein deutlich freier entfalten, Durchschlagen ist ihm selbst im Zwei-Personen-Betrieb völlig fremd. Die Gabelfedern verbessern bei sogar nochmals leicht gesteigertem Komfort das Fahrverhalten ebenfalls deutlich. Kein Durchschlagen mehr auch bei hartem Anbremsen auf welligem Asphalt.Also ruckzuck heim in die Redaktion und das ebenfalls von Wilbers gelieferte Technoflex-Federbein ausprobiert. Um 14 Millimeter vorgespannt konnte es vor allem sportliche Enduristen begeistern. So taugt die XF glatt zum Kurvenräuber à la Honda Dominator - oder aber zum wüstentauglichen Pistengerät. Den Normalfahrer mag das härtere Ansprechverhalten stören, im Zweipersonen-Betrieb freilich stimmt«s wieder. Allemal bei einer fälligen Nachrüstung aber ist das Technoflex-Bein zum Preis von 749 Mark eine empfehlenswerte Alternative. Kleinere Leute sollten jedoch bedenken, daß die Sitzhöhe um drei auf 86 Zentimeter steigt. Bei Austausch der Original- gegen die WP-Feder bleibt die Sitzhöhe gleich.

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