Katalog: Verkleidete Motorräder Hüllen-Fülle

Eine ganze Reihe interessanter Neuheiten und etliche bewährte Modelle hat der 1998er Jahrgang an verkleideten Motorradern zu bieten.

Die Verkleidungen moderner Motorräder erfüllen gleich mehrere Aufgaben: Zunächst bieten sie den Designern Flächen und Formen zur schöpferischen Gestaltung. Dann wäre da natürlich der Wind- und Wetterschutz für den Fahrer. Und schließlich der aerodynamische Einfluß auf die Fahrleistungen sowie die geschickte Kanalisierung der Ansaugluft für das triebwerk. Echte Tausendsassas also, hinter denen sich ganz unterschiedliche Motorenkonzepte verbergen.
Bei Aprilia steht nach langer Reifezeit die von einem 1000er V-Twin angetriebene RSV Mille italienisch-schick in den Startlöchern. Für das von einer Einspritzung gefütterte Aggregat versprechen die Italiener 128 PS bei nur 210 Kilogramm Fahrzeuggewicht. Weiterhin im Programm: die beliebte Zweitaktrakete RS 250.
Bei Bimota wird immer noch an der Einspritzung der bereits 1996 vorgestellten Vdue getüftelt. Bleibt abzuwarten, ob sie wie geplant im Frühjahr auf den deutschen Markt kommt. Ihre ansonsten unveränderte Modellpalette ergänzten die Bimotisti durch die SB 8 R, die vom Suzuki TL 1000 S-Triebwerk befeuert wird.
Nichts Neues bei BMW. Der erwartete Sportboxer bleibt noch unter Verschluß, die R- und K-Modelle gehen unverändert in die neue Saison.
Ducati verabschiedet die 900 SS, um sie in neuer Form wiederauferstehen zu lassen. Sichtbarste Änderung ist das modisch-schicke Verkleidungskostüm, technisch neu ein Motormanagement mit Einspritzung. Ins zweite Modelljahr geht der Sporttourer ST 2, und die SPS-Versionen der 916- und 748-Baureihe glänzen 1998 mit Titan-Pleueln und Kohlefaser-Airbox.
Honda setzt bei seinen Neuheiten auf Vorsprung durch Technik, ansonsten auf Modellkonstanz. Die VFR löst die beliebte Allroundkönigin VFR 750 ab. Die Neue bringt mit Integralbremssystem, Einspritzanlage und geregeltem Kat Automobiltechnik auf zwei Rädern. Ebenfalls neu: die NT 650 V Deauville, ein eleganter Mittelklassetourer auf Basis der NTV 650. Die CBR 900 RR wurde lediglich in einigen Punkten wie Bremsen, Schwinge und Auspuffanlage modifiziert.
Die aufregendsten Verkleidungen tragen bei Kawasaki die brandneuen Ultralight-Flieger ZX-6R und ZX-9R, die sich nicht weniger als die Klassendominanz zum Ziel setzen. Sie vereinen konsequenten Leichtbau mit höchster Leistung. Ansonsten auch bei Kawasaki Modellkonstanz: viele alte Bekannte wie etwa die GPX 600 R.
Laverda erweitert die 750 S-Modellriege um die vollverkleidete Carenata und die leistungsmäßig auf Sturm zielende Formula. Deren Triebwerk erreicht dank angehobener Verdichtung und etwas Feinarbeit immerhin 92 PS, die leichtes Spiel mit der filigranen Italienerin haben dürften.
Das spektakulärste Plastikgewand kommt indes von einem anderen italienischen Hersteller und trägt den ruhmreichen Namen MV Agusta. Hinter der F4-750 verbirgt sich die lange angekündigte Cagiva F4 mit einem von Ferrari entwickelten Reihenvierzylinder mit radial angeordneten Ventilen. 126 PS sollen weniger als 200 Kilogramm gegenüberstehen, über 270 km/h Spitze werden versprochen. Hoffentlich ist die die MV so schnell, wie sie aussieht.
Suzuki hat sich intensiv seines Zweizylinders angenommen. Die vollverkleidete TL 1000 R ist deshalb nicht nur leistungsstärker als ihre weiterhin verkaufte Schwester S, sondern wurde auch komplett überarbeitet. Das gleiche gilt für die GSX-R 600 und die GSX-R 750, die sogar mit einer Einspritzanlage aufwartet. Die GSX 600 F präsentiert sich gar in völlig neuen, organisch gerundeten Formen. Verschwunden sind dafür gute, alte Bekannte wie die GSX 750 F, die RF 900 R und die GSX -R 1100 W.
Triumph spendierte der T595 Daytona eine schräglagenfreundlichere Krümmeranlage sowie ein neues, benzinsparendes Kennfeld.
Die längst überfälligen neuen Wege beschreitet Yamaha: Die spektakuläre YZF-R1 überbietet auf dem Papier die gesamte Konkurrenz. Kompromißlos leicht und kompakt, bei einem vollen Liter Hubraum 150 PS stark und etwa 200 Kilo leicht - ein wahres Überbike, das das etwas angegraute Yamaha-Image kräftig aufpoliert. Etwas im Schatten ihrer omnipotenten Schwester steht die FZS 600 Fazer. 96 PS werden für ihr von der YZF 600 R stammendes Triebwerk versprochen.

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