Kawasaki ER-5 (Leser-VT) (Archivversion) Expertenbesuch von BMW

Acht Stunden Pässe lagen hinter den MOTORRAD-Lesern. Hunderte Kurven, verschiedene Beläge in allen denkbaren Zuständen. Am Abend kam Markus Poschner, Konstruktionsleiter Gesamtfahrzeug bei BMW, um zu berichten, wie schwer es ist, ein Fahrzeug auf all diese Anforderungen zu trimmen. Warum denn die Rasten an der R 850 diese winzige Idee zu hoch seien, wollte einer wissen. Die Antwort verdeutlicht, daß gerade moderne Tourer eigentlich Dinger der Unmöglichkeit sind: »Wegen der größeren und von den Kunden gewollten Schräglagenfreiheit.« Poschner ergänzt: »Dieselben Kunden, die sich nachher über die Rastenhöhe beschweren.« Großes Lob erntet der BMW-Mann für die Ergonomie der weißblauen Bikes und deren schlaue Gepäcksysteme. »Eine BMW soll möglichst vielen Leuten passen. Darauf legen nicht nur wir Ingenieure Wert, sondern auch die Marketing-Abteilung. Und sie soll für möglichst viele Einsatzzwecke taugen.« Dennoch: Eine schwierige Aufgabe, Motorräder zu konstruieren, die immer schneller mit viel Gepäck zum Urlaubsort eilen können. »Das geht aufs Gewicht - und an den Preis.« Desgleichen ABS und Kat, aber beides hält BMW für unabdingbar bei einem modernen Motorrad. Kein Widerspruch. Vom Blinkerschalter bis zum Zahnriemen-Antrieb reicht die Diskussionspalette, und irgendwann so gegen Mitternacht betreibt Poschner Marktfforschung: »Meint ihr eigentlich, daß ein Motorrad ein GPS-System oder einen Handy-Halter braucht?« Lautes Gelächter, Markus Poschner geht beruhigt zu Bett.

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