Kawasaki GPZ 500 S: Gebrauchtberatung (Archivversion) Alternativangebot

Auf dem Tacho rund 1000 Kilometer mehr als die zuerst besichtigte Kawasaki, ein gutes Jahr älter und dann noch fast 200 Euro teurer – hinter diesem Angebot muss sich ja wohl eine Super-Sahneschnitte verbergen. Na ja. Auf den ersten Blick macht die GPZ von 1992 noch einen guten Eindruck. Bei näherem Hinsehen aber offenbart sie etliche kosmetische Schwächen, die sie für diesen vergleichsweise hohen Preis nicht aufweisen dürfte: Der schwarze Motorlack ist im Bereich des Kupplungs-Ausrückhebels an einigen Stellen abgeplatzt. Die Krümmer, die bei jeder GPZ 500 S nach einiger Zeit ohnehin unansehnlich werden, weisen zusätzlich einen hässlichen Überzug à la Grünspan auf. Einer der Seitendeckel aus Kunststoff zeigt den GPZ-typischen Riss, und abgeplatzter Lack am Falz der Tankunterseite gebietet für den Käufer rasches Einschreiten – wer solch eine Stelle zu lange rosten lässt, riskiert die Dichtheit des Spritbehälters. Bei noch genauerer Betrachtung fallen auch die innen teils stark verrosteten Kreuzschrauben ins Auge, was dafür spricht, dass wenigstens einer der vier Vorbesitzer nicht im Besitz einer Garage war. Klar, elf Jahre können an einem Motorrad nicht spurlos vorbeigehen, aber der verlangte Preis ist, besonders im Vergleich zur vorher besichtigten Maschine, zu hoch. Daran ändert selbst die makellose Technik nichts. Doch eine alte Verkäuferweisheit lautet: Ein Motorrad ist genau das wert, was dafür bezahlt wird. Und wir erfahren vom Händler, dass dieses Motorrad bereits verkauft ist. Zum ausgeschriebenen Preis. Eine GPZ 500 steht eben selten lang.

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