Kawasaki Ninja ZX-RR MotoGP-Rennmaschine für 2005 (FB + Technik) (Archivversion) Grip ohne Grenzen

Modernste Reifentechnik macht die MotoGP-Raketen schneller und schräger.

Die brutale mechanische und thermische Belastung der MotoGP-Reifen ist für die Ingenieure der konkurrierenden Hersteller Michelin und Bridgestone eine immense Herausforderung. Zum einen wünschen sich die Piloten maximale Haftung und spielerisches Handling, zum anderen sollen die Gummis diese Qualitäten über die gesamte Renndistanz konservieren. Dazu sollte zwingend sichergestellt werden, dass sich die Pneus bei einer Höchstgeschwindigkeit bis zu 347 km/h nicht in ihre Bestandteile auflösen, wie bei Shinya Nakano in Mugello geschehen. Um diesen An-
sprüchen gerecht zu werden, wurden die Felgendurchmesser auf 16,5 Zoll verkleinert, der Außendurchmesser der alten 17-Zöller jedoch beibe-
halten. Dies ermöglicht eine größere Auflagefläche
in Schräglage für mehr Grip und eine spitzere, handlichere Kontur (siehe Zeichnung). Mit der Ver-
wendung von bis zu fünf verschiedenen Gummi-
mischungen am Hinterreifen können die Reifentechniker je nach Strecke optimale Haftungs-
reserven schaffen. Beispiel Barcelona: Ganz außen rechts wird eine weiche Gummilage für extreme Schräglage (Sidegrip) aufgebracht, daneben die hoch beanspruchte und deshalb härtere Mischung für die Beschleunigungsphase (Drive) aus Kurven. Der mittige Abschnitt wird auf gute Traktion und absolute Festigkeit bei Topseed ausgelegt, um den hohen Fliehkräften und Temperaturen bis zu 140 Grad zu trotzen. Links können die Laufstreifen für Drive und Sidegrip eine Nummer weicher gewählt werden, da die Strecke nur wenige, zudem relativ langsame Linkskurven aufweist. Dieses so genannte Multi-Compound-Verfahren wird für Hin-
terreifen verwendet, bei denen extreme thermische Unterschiede von bis zu 30 Grad zwischen linker und rechter Reifenschulter auftreten. Vorn reicht bislang eine Gummimischung.

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