Kawasaki Street Rod 1650 (Archivversion)

Z 1000, ZZR 1400, ZX-10R – nur drei Beispiele dafür, wie gut Kawasaki von früheren Verrücktheiten leben kann. Denn jede Typenbezeichnung enthält Anklänge an ein Motorrad, das zu seiner Zeit in einem bestimmten Bereich Maßstäbe setzte. Im Fall der Z 1000 wurde der legendäre Modellname gar einfach übernommen. Da stellt sich die Frage, wo die Verrücktheiten von heute bleiben.
Eine Möglichkeit wäre ein mächtiges Motorrad mit quer eingebautem 1650er-V6-Motor. Es würde zugleich die Erinnerung an die sechszylindrige Z 1300 wieder aufleben lassen und im Segment
der Triumph Rocket III sowie der bevorstehenden Yamaha Vmax ein eigenständiges Kawasaki-
Angebot darstellen. Eigenständig nicht nur wegen des ungewöhnlichen Bauprinzips, sondern auch
deshalb, weil die relativ schmale Frontsilhouette eines V6 im Prinzip eine ordentliche Schräglagenfreiheit erlaubt, also trotz der massigen Figur des Motorrads Handlichkeit und Kurventauglichkeit nicht zu kurz kommen müssen. Eine wichtige Voraussetzung dafür besteht freilich darin, die
Krümmer der hinteren drei Zylinder so im Fahrwerk unterzubringen, dass der Fahrersitz nicht
zu weit nach hinten rückt. Das würde eine betont passive Sitzhaltung verursachen.
Was die Leistung eines 1650er-V6 betrifft, so ist die Versuchung für engagierte Motorenbauer
sicherlich groß, sie über die 200-PS-Grenze zu treiben. Das wäre jedoch gar nicht nötig; viel wichtiger wäre satter Durchzug, der hier von einem kultiviert laufenden Sechs- statt von einem stampfenden Dreizylinder oder einem kaum minder kernig laufenden V4 dargeboten würde.

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