Kawasaki W 650, Triumph Bonneville (VT) (Archivversion) Die Klassiker: Triumph Bonneville und Kawasaki W 1

Das meistverkaufte europäische Motorrad der 60er Jahre hieß Triumph Bonneville. Der mit 650 cm3 Hubraum ausgestattete, langhubige zweizylindrige Gleichläufer, dessen Name von Rekordfahrten auf dem Salzsee in Utah herrührt, galt seit 1959 als Urtyp des sportlichen großen Viertakters. Die beiden Zylinderbohrungen saßen in einem Graugussblock, die je zwei Ventile wurden über Stoßstangen betätigt. Bis 1962 waren Getriebe und Kurbelgehäuse getrennt. Später bildeten Motor- und Getriebegehäuse eine vertikal teilbare Einheit, die Duplex-Primärkette lief im Ölbad. So wie beim leider nicht ganz originalen hier abgebildeten T 120 Modell von 1972. Die Bonneville war ein starker Sprinter, der Motor entwickelte 1972 49 PS bei 7200 Touren. Erkauft wurde sein für damalige Verhältnisse enormes Drehmoment – MOTORRAD maß 53 Nm bei 5500/min – durch eine hohe Kolbengeschwindigkeit wegen des großen Hubs von 83 Millimetern: 19,7 m/sec bei 7200/min. Vollgasfest war eine Bonneville nicht. Dafür dank eines Gewichts von vollgetankt 187 Kilogramm sehr wendig. Der Erfolg von Triumph spornte Kawasaki an, ebenfalls einen großen Twin zu bauen. Die Meguro Manufacturing Company, die zu Kawasaki gehörte, hatte sich schon früher im Kopieren englischer Motorräder geübt. Mit der 1965 auf den Markt gekommenen W1 – im Bild das einzige existente Exemplar im Besitz vom deutschen Kawasaki-Importeur - bauten die Japaner schlicht eine BSA A 10 von 1961 nach. Mit einem Vergaser war sie für 47 PS bei 6500/min gut, das Drehmoment lag ebenfalls auf dem Niveau von Triumph. In Japan ein Verkaufsschlager, wollte sie in Europa niemand haben.

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