Kawasaki-Youngtimer von LSL Limited Edition LSL-Kawasaki Z 1000

Reife hat Charme und Anziehungskraft. 40 Jahre ist die Z-Reihe von Kawasaki jetzt alt, aber die puristischen Formen gepaart mit bulligem Motor und reizvollen Verfeinerungen sind schlicht zexy.

Foto: jkuenstle.de

Die frühen 1980er - Hard Rock pur! Kiss, die frühen Iron Maiden, Aerosmith oder Rainbow. Genauso ruppig, brachial und direkt -waren mitunter die Motorräder, deren bulliger Anblick von den fetten Riffs eben jener Bands in unseren Köpfen untermalt wurde - fahren durften wir sie mit dem Mofa-Schein leider nicht.

Die Z 1000 war ganz weit vorn. Wenn dann diese Pastell-Jacket tragenden Affen unsere Musik und Motorräder verunglimpften, pfiff man einfach drauf: So ein weich gespülter Boy George war gegen Steven Tyler wie eine BMW gegen die Z. Die Zeit blieb jedoch nicht stehen. Die Platten von damals sind mittlerweile „remastered“ auf dem iPhone und eine solche Frischzellen-Kur kann auch der Kawasaki Z 1000 J nicht schaden.

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Foto: jkuenstle.de

Gedacht, getan, und so gingen mal wieder die rührigen Jungs von LSL daran, ein echtes Heavy Metal-Urgestein auf zwei Rädern zu remastern. Das Wichtigste bei diesen Young-timern für ein gewisses Fahrgefühl der Gegenwart ist grundsätzlich mal das Fahrwerk. Deshalb stecken Öhlinsteile wie die FG43-Gabel und komplett einstellbare Duo-Shocks vom Typ S36PR1C1L drin. Die Geometrie, ein Steckenpferd von LSL-Boss Schmitz-Linkweiler, wurde so angepasst, dass die Z statt der ursprünglichen, unhandlichen 62,5 Grad jetzt einen Lenkkopfwinkel von 65,6 Grad aufweist. Der Radstand verkürzte sich mit der Kawa-Aluschwinge aus den 90ern von 1520 auf 1440 mm.

Dass die Kiste richtig sportlich ist, unterstreicht nicht nur ihr zweiter Platz beim Fischereihafen-Rennen in der Klasse Legends Superbikes dieses Jahr in Bremerhaven, sondern schon die R10-Bereifung von Bridgestone. 310er-Galfer-Scheiben mit Vierkolbenzangen von Nissin fangen das Tier wieder ein. Die bekommen eine Menge zu tun, denn der Originalmotor wurde gegen einen getunten GPZ 1100-Vierzylinder getauscht. Manfred Ilsanker besorgte das Tuning und baute unter anderem entsprechende Wössner-Kolben ein. Der Doppelzünder schnüffelt sein explosives Gemisch durch 39-mm-Mikuni-Flachschieber-Vergaser, die mit ihren offenen Alu-Trichtern wie die antiquierten Lautsprecher der Stammkneipe von damals aussehen - nämlich einfach geil!

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Foto: jkuenstle.de

Gepaart mit dem Schnürle-4-in-1-Krümmer und dem überarbeiteten Endtopf leistet diese Rampensau unfassbar fette 139 PS bei zirka 9000/min - am Hinterrad! Dass die Anbauteile vom Lenker bis zu den Rasten von LSL sind, brauchen wir nicht mehr groß zu betonen. Dass die Z in ihrer ganzen Schönheit nur 188,7 Kilo vollgetankt wiegt, ist dagegen entscheidend, schon allein für das Fahrgefühl. Nur Corina kann das alles toppen, wenn sie sich hinten drauf schwingt und zur Heavy Nacht mit in die Disse kommt. Das ist der Moment zum Grübeln. Wozu passt Maidens „Aces High“ wohl besser, zu ihren Jabs oder der Z?

Daten

Antrieb:
Vierzylinder-Reihenmotor, 2 Ventile/Zylinder, 74 kW (100 PS) bei 8500/min*, Drehmoment: 86 Nm bei 7000/min*, 1175 cm³, Bohrung/Hub: 72,0/66,0 mm, 39-mm-Mikuni-Flachschieber-Vergaser, mechanische Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, Kette

Fahrwerk:
Doppelschleifen-Rohrrahmen, Lenkkopfwinkel: 65,6 Grad, Nachlauf: 105 mm, Upsidedown-Gabel, Ø Gabelinnenrohr: 43 mm, Duo-Shock-Federbeine hinten

Räder und Bremsen:
Kineo-Drahtspeichenräder, 3.50 x 17/5.50 x 17, Reifen vorn: 120/70 ZR 17, hinten: 180/55 ZR 17, 310-mm-Doppelscheibenbremse mit Vierkolben-Festsätteln vorn, 245-mm-Einzelscheibe mit Zweikolben-Festsattel hinten

Gewicht:
188,7 kg vollgetankt

Preis:
zirka 18000 Euro

 

*Serienmotor GPZ 1100 von 1981

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