Kawasaki Z 900 Z1 Bj. 1976 (T) (Archivversion) Kasten Moto Morini 31/2

Bei der getesteten Morini handelt es sich um einen Italien-Gebrauchtimport, Baujahr 1975. In ehrlichem Originalzustand kostet so etwas rund 3000 Mark. Freilich verlangen die enthusiastischen Morini-Fans beinahe ausschließlich das rassigere Sport-Modell (siehe Foto), das mit noch einmal leicht gesteigerter Motorleistung und rundum edleren Zutaten auf dem Gebrauchtmarkt selten unter 4000 Mark weggeht. Dafür gibt’s dann von Borani-Hochschulterfelgen über wunderschöne Lafranconi-Tüten bis hin zu einer Doppel-Simplex-Bremse alles, was Italo-Freunde begehren: In Top-Zustand ist so was schon mal 5000 bis 6000 Mark wert.Unter allen iatlienischen Mittelklasse-Konstruktionen erwarb sich die Morini schnell den besten Ruf: Sie war fast so schnell wie die Schnellsten, aber deutlich haltbarer als alle. Dabei verzichtet sie keineswgs auf technische Finessen: Die Heron-Brennräume liegen bei ihrem 72-Grad-Zweizylinder in den Kolbenböden. Das spart Bauhöhe und sorgt obendrein - dank geschickter Ausformung - für verbrauchsmindernde Verwirbelung. Tatsächlich kommt der Twin fast immer mit fünf Litern Sprit aus. Die hochliegende, von einem Zahnriemen in Schwung gehaltene Nockenwelle treibt sehr kurze Stößel an, unter anderem deshalb verträgt der 350er klaglos saftige Drehzahlen. Außerdem verfügt er über eine der ersten im Serienbau verwendeten elektronischen Zündanlagen. Schwachpunkte: Die Überwurfschrauben der Krümmer rosten allzu gerne bombenfest, die Schalter rasten nicht präzise, und das Gestänge der Schaltung schlägt gerne aus.Insgesamt darf auch die Verarbeitung als solide gelten, wenngleich die Chromteile nicht ganz japanische Qualität erreichen. Für gute Teileversorgung bürgt in Deutschland unter anderem die Kaiserslauterner Firma Moto Rosso-Morini, Telefon 0631/3703585. Stefan Bach, Inhaber und Morini-Schrauber aus Leidenschaft, hat oft auch gebrauchte Morini im Angebot.

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