Kawasaki ZX-10R (LT: 50 000 km) (Archivversion)

Meine Frau und ich fahren beide eine Kawasaki ZX-10R. Nach nur 1040 Kilometern hatte meine Maschine einen Motorschaden. Ursache des Schadens war die Lichtmaschine, und
danach musste ich viereinhalb Wochen auf einen neuen Motor warten, den ich mir erst zusammen mit meinem Händler erkämpfen musste. Kawasaki Deutschland wollte den alten reparieren, was ich aber bei einer Maschine, die 13000 Euro kostet, nach nur 1000 Kilometern nicht akzeptierte. Bei 2500 Kilometern sind am Ram-Air-Kanal die Haltelaschen abgebrochen, 1000 Kilometer später zwei von drei Laschen fürs Rücklicht. Nach 6500 Kilometern hat der Tachosensor den Geist aufgegeben. Und die Bremsprobleme auf der Rennstrecke dürften bei einem solchen Bike auch nicht sein. Fazit: Ich werde mir keine Kawa mehr kaufen.
Wolfram Scholz
Ich besitze die Kawa seit Januar 2005 und bewege sie
ausschließlich auf der Rennstrecke. Meine Erfahrungen mit dem Motorrad sind durchweg positiv – bis auf die Bremsanlage! Ich
habe mit Unterstützung durch meinen Händler alles ausprobiert und bin zu folgendem Ergebnis gekommen: Die Serienbremse
ist egal mit welchen Komponenten auf der Rennstrecke unfahrbar. Das Einzige, was Abhilfe geschaffen hat, ist die gesamte Bremsanlage der ZX-6R, Baujahr 2005. Die passt an der 10er einwandfrei; und die Bremswirkung ist genial, selbst bei Langstrecken-
rennen im Hochsommer.
Carsten Schneider
Habe mir meine ZX-10R im Frühjahr 2004 zugelegt. Fahr-
leistung seit dem Kauf etwa 20000 Kilometer, davon etwa ein
Viertel auf Rennstrecken. Folgende Modifikationen wurden am Fahrzeug vorgenommen: Öhlins- Federbein, Gabelfedern, Gabelöl, und Lenkungsdämpfer von Öhlins, Fahrwerk an Fahrergewicht
angepasst und hinten leicht höher gelegt.
Bis heute sind folgende Defekte aufgetreten: bei 9500 Kilometer Vorderrad getauscht (Rückruf), Kunststoffabdeckung am Heck wegen Vibrationsrissen gewechselt, bei 11000 Kunststoffblenden unter dem Sitz wegen Vibrationsrissen gewechselt, bei 18500
Kette gerissen (Garantie), bei 20000 weisen Verschalung, Kunststoffblenden unter dem Sitz und die Abdeckung am Heck Vibrationsrisse auf. Insgesamt bin ich mit dem Fahrzeug zufrieden. Einzige Ausnahme sind die Kunststoffteile, bei welchen laufend Risse auftreten. Hier gestaltet sich die Garantieabwicklung mit
Kawasaki etwas schwierig. Die Bremsprobleme (wandernder Druckpunkt) sind bei mir noch nicht aufgetreten.
Peter Tschumi
Mit meiner ZX-10R war ich bis jetzt 13000 Kilometer unterwegs und bin absolut begeistert. Nach etwa sieben Minuten Probefahrt war die Kaufentscheidung gefallen, und ich bin bis heute nicht enttäuscht worden. Ich habe weder Probleme mit den Bremsen feststellen können, noch finde ich die Ablesbarkeit der Instrumente schlecht. Das Ding fährt fast von alleine wie auf Schienen in die Kurve und verhält sich auch sonst absolut gutmütig und beherrschbar.
Jürgen Bartsch
Nach 6000 Kilometern wechselte ich selbst das Öl, dabei
kamen zu meinem Erstaunen zwei große Aluspäne zum Vorschein. Mein Händler sagte, dies käme von der Lichtmaschine, weil an der Unterseite des Zylinderblocks scharfe Gussgrate stehen ge-
blieben waren, an denen die Lichtmaschine schliff. Die Ölpumpe wurde auf Kulanz ersetzt, weil sie durch die Späne beschädigt worden war. Wenn man den Ölfilter wechselt, sollte man den
neuen unbedingt vor dem Einsetzen mit Öl auffüllen, dann baut sich der Öldruck schneller wieder auf.
Rudi Boeckmanns, Belgien
Ich fahre nach zweimal zwei schönen und schnellen Jahren ZX-12R seit einem Jahr eine 10er und habe derzeit etwas über 12000 Kilometer auf der Uhr. Schon beim Kauf war klar, dass die Hallen des Kawa-Händlers ohne MRA-Scheibe, Sitzkissenabdeckung, Akrapovic-Auspuffanlage und Zubehör-Kennzeichenhalter mit Kellermann-Blinkern (und getauschtem Vorderrad) nicht ver-
lassen werden. Gesagt, getan, schnell nach Vorschrift eingefahren und mal testen, was das Ding läuft. Es läuft besser als der Fahrer. Die 12er waren ja schon wie eine Kanonenkugel, aber jetzt sitzt man auf einer Gewehrkugel. Mit Angstschweiß auf der Stirn bin ich wieder
hin zum Händler und ließ einen Lenkungsdämpfer montieren. Von nun an war die Liebe perfekt. Probleme gab es keine.
Ein Reifenwechsel zu Michelin Pilot Power ist absolut zu empfehlen. Total genaue Rückmeldung und ganz geschmeidige Ankündigung der Grenzen. Nun missbrauche ich die 10er hauptsächlich für Touren, doch nicht
einmal der Rückflug von der kroatischen Adria an den heimischen Herd in einem Stück ist für Leute mit meiner Körpergröße von
etwa 180 Zentimeter ein Problem. Da mir die ZX-10R zu schade
für die Rennstrecke ist, habe ich auch keinerlei Probleme mit
den Bremsen, nicht einmal in den Alpen oder Dolomiten.
Mario Giesche, Dahme
Seit Mai 2004 bin ich mit meiner 10er knapp 13000 Kilometer gefahren. Etwas ärgerlich war die Rückrufaktion wegen eventuell schadhafter Vorderräder, die einen dreiwöchigen Stillstand bei
bestem Augustwetter bedeutete. Ein Dankeschön noch mal an die Firma MPD in Düsseldorf, die mir die Wartezeit mit spannenden Vorführern verkürzte. Der originale Hinterreifen, Dunlop D 218,
hielt inklusive 1200 Kilometer Einfahrzeit ganze 3200 Kilometer. Der zweite vom gleichen Typ beachtliche 2600. Insgesamt fand ich die Dunlops sehr kippelig bei niedrigen Geschwindigkeiten und sehr heikel bei Nässe. Im Grenzbereich schnappte der Hinterreifen ganz gerne ohne größere Vorwarnung zu.
Fazit: ab in die Tonne! Bei Kilometer 5800 rüstete ich um auf
Michelin Pilot Power. Wow, was für ein Unterschied. Erste Aktion nach der Umrüstung war ein Sonntag auf der Nordschleife: klasse Handling, perfekte Stabilität, rechtzeitiges Ankündigen der Haftgrenze, Begeisterung pur! Danach eine Tour nach Trier. Anfahrt
250 Kilometer im Regen, Reifen perfekt. Erst jetzt, nach fast
7000 Kilometern, ist der Hinterreifen fällig. Das ewig bekrittelte
harte Fahrwerk ist goldrichtig für meine Gewichtsklasse von
83 Kilo. Die Federvorspannung der Gabel habe ich für den Alltagsgebrauch um zwei Ringe erhöht. Damit schafft man auch locker
die 600 Kilometer zum Sachsenring. Der Benzinverbrauch schwankt zwischen 6,5 Liter auf der Landstraße und 14 Liter bei Vollgas
auf der Autobahn. Das halte ich angesichts der gebotenen Leistung durchaus für angemessen. Im Normalfall bewegt man sich
im Bereich von etwa acht Litern pro 100 Kilometer.
Frank Schnurbusch, Korschenbroich

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