Kawasaki ZX-6R (Archivversion) Schnell, aber nicht top

Wer zu Anfang dieses Härtetests auf die Kawasaki gewettet hat, lag schief. Wehrt sich der giftgrüne Renner mit der zweitbesten Runden- und Durchschnittszeit noch erfolgreich gegen die aufsässige Konkurrenz, fällt er in der persönlichen Beurteilung der 14 Geschworenen eiskalt hinten über. Es scheint, als sei das Testmotorrad nicht mit der nötigen Liebe vom spanischen Importeur aufgebaut worden. Denn diese ZX-6R zeigt sich vom Motor her ungewöhnlich schwachbrüstig. Vor allem im mittleren Bereich fehlt es an Schubkraft. Der Versuch, dieses Manko einfach durch höhere Drehzahlen auszugleichen, scheitert allzuoft am einsetzenden Begrenzer.Ebenfalls nicht gerade in Topform zeigt sich das Fahrwerk. Unpräzise einzulenken, dauert es, bis man sich eingeschossen hat. Zudem setzt der Auspuff in Rechtskurven ziemlich hinterhältig auf, und die Gabel geht beim Bremsen früh auf Block. Die Bremsanlage selbst ist für Kawasaki-Verhältnisse eher schlapp geraten: Wenig Biß und ein schon nach vier, fünf Runden nach hinten wandernder Druckpunkt stören das Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Maschine. Zu allem Überfluß reagiert die ZX-6R ähnlich bockig wie die CBR auf die gewählte Pirelli-Paarung. Schade, da wäre mehr drin gewesen.

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