Kawasaki ZX-9R (Archivversion) Grün-Anlage

Kawasakis ZX-9R gelang bereits 1998 ein furioser Auftritt. Hat das sportliche Flaggschiff der Grünen 1999 noch bessere Anlagen?

Schon bei ihrer Präsentation erntete die für 1998 neu aufgelegte Kawasaki ZX-9R das Lob der Tester. Ein äußerst potentes Triebwerk, gepaart mit einem stabilen, handlichen Fahrwerk hievten sie im Mega-Vergleich von 16 Supersportlern in MOTORRAD 8/1998 gar auf das oberste Treppchen des Siegerpodests. Kleiner Wermutstropfen: Die übertrieben straffe Fahrwerksabstimmung trübte den Fahrspaß auf welligen Landstraßen. Speziell die überdämpfte Gabel fiel durch schlechtes Ansprechverhalten auf. Ein weiteres Manko: Bereits bei leichtem Anlegen der Bremsbeläge traten an der Gabel zwischen 160 und 140 km/h unangenehme Resonanzschwingungen auf.Erfreulicherweise reagierte Kawasaki prompt und spendierte dem Modelljahrgang 1999 nicht nur eine neue Lackierung, sondern änderte auch den Rahmen im Bereich des Steuerkopfs und modifizierte die Scheiben und Beläge der vorderen Bremsanlage. Bei der Fahrwerksabstimmung hat sich ebenfalls einiges getan. Die Techniker überarbeiteten Federung und Dämpfung an Vorder- und Hinterradaufhängung und nahmen sich außerdem der Gabel im Detail an. Modifizierte Gleitbuchsen sowie Dichtringe sollen die Losbrechkraft verringern und so das Ansprechverhalten verbessern. Der Wechsel der Bereifung - 1999 rollt der Kawasaki-Supersportler in Deutschland auf Michelin TX 15/25 - hat dagegen wohl weniger technische als marktpolitische Gründe, denn die im Vorjahr verwendeten Bridgestone BT 56 gaben wenig Anlaß zur Klage. Ebenso die ersten Fahreindrücke mit dem neuen Modell: Tatsächlich gehören die Resonanzschwingungen beim Bremsen der Vergangenheit an, egal ob beim leichten Anlegen der Beläge oder bei brachialer Verzögerung. Die Fahrwerksmodifikationen zeigen ebenfalls Wirkung. Die ZX-9R schluckt Straßenunebenheiten ungleich sensibler als das Vorgängermodell und spricht auch auf kleine Bodenwellen zufriedenstellend an, ohne deswegen an Fahrstabilität einzubüßen. Selbst im Bereich der beachtlichen Höchstgeschwindigkeit glänzt die Kawasaki nach wie vor mit unbeirrbarem Geradeauslauf. Die Verstellung der Zug- und Druckstufendämpfung erlaubt nun sogar eine moderat komfortable Justierung für die Landstraße. Allerdings ist der Verstellbereich der Zugstufendämpfung an der Gabel zu grob geraten. Genau im entscheidenden Bereich genügt bereits ein Klick, um die zu geringe Dämpfung ins Gegenteil zu verkehren. Das letzte Drittel Klicks im Dämpfungsroulette ist gar überflüssig, weil dann nichts mehr geht. Trotzdem hat Kawasaki saubere Arbeit geleistet und ein gutes Motorrad weiter verbessert. Bleibt also nicht nur dem Gartenfreund für 1999 der heiße Tip, in eine neue Grünanlage zu investieren.

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