Kawasaki ZZ-R 1200 (Archivversion)

Modellgeschichte
Im Grunde genommen ist die 2002 erschienene Kawasaki ZZ-R 1200 nur die konsequente Weiterentwicklung der bereits 1990 vorgestellten ZZ-R 1100. Zugegeben, die 1200er hat tief greifende Modifikationen über sich ergehen lassen müssen – insbesondere an der komplett neuen Verkleidungsfront mit ihren vier Scheinwerfern zu erkennen –, doch in den Grundzügen blieb das Konzept erhalten.
So saugt die Kawa den Kraftstoff nach wie vor durch Vergaser, besitzt weiterhin das altbekannte, wenn auch modifizierte Ram-Air-System, das in der 1100er Weltpremiere im Motorrad-Serienbau gefeiert hatte. Während der relativ kurzen Bauzeit von 2002 bis 2005 gab es außer einem Dauer-Fahrlicht und geänderten Bremsscheiben keine nennenswerte Modellpflege. Überzeugend absolviert die ZZ-R 1200 die Prüfkriterien Windschutz und Fahrstabilität bei hohen Geschwindigkeiten. Langsame und besonders enge Kurven liegen ihr hingegen nicht. Das hohe Eigengewicht und die unsensible, straffe Gabel lassen sie etwas steif ums Eck biegen. Anlass zur Kritik bietet auch die für einen Sporttourer mit 175 Kilogramm deutlich zu gering ausgefallene Ladekapazität, die bei einer Urlaubsfahrt zu zweit wenig bis keinen Spielraum für Gepäck lässt. Vorbildlich wiederum das zwar etwas knochige, aber präzise zu schaltende Sechsganggetriebe, dessen letzte Fahrstufe außerhalb des Ortsschilds völlig ausreicht. Ungewöhnlich, jedoch sehr praktisch: Trotz Benzinuhr im vollausgestatteten Cockpit besitzt die ZZ-R einen in den linken Rahmenzug integrierten manuellen Benzinhahn. Wer also mal vor lauter Verzückung beim Fahren die Uhr aus den Augen verliert, wird durch den sprotzenden Motor wachgerüttelt und erreicht dennoch die nächste Tanke.
Marktsituation
Gebrauchte ZZ-R 1200 finden sich relativ selten in den Kleinanzeigen – wen wundert’s, bei einem Bestand von nur knapp über 2000 Stück. Mehr war
in lediglich vier Verkaufsjahren nicht unters Volk zu bringen. Von der Vorgängerin ZZ-R 1100 sind rund viermal so viel unterwegs. Außerdem trennen sich die Besitzer meist nicht gern von ihrer 1200er. Es sei denn, dass sie sich die 2006 auf den Markt gekommene, wesentlich modernere und mit nominell 190 PS viel potentere Nachfolgerin ZZR 1400 zulegen wollen. Eventuell eine Chance, einigermaßen günstig an die 1200er zu kommen. Laut Schwacke-Liste kosten selbst Modelle von 2002 mit über 40000 Kilometer Laufleistung gut über 6000 Euro. Tatsächlich lassen sich in den Anzeigen durchaus schon ab 5000 Euro gebrauchte ZZ-R finden.
Topgepflegte Exemplare des letzten Baujahrs 2005 mit nur rund 10000 Kilometern auf der Uhr kosten hingegen noch bis zu 9000 Euro.
Besichtigung
Typische Schwachstellen? Fehlanzeige. Selbst
erfahrenen Kawasaki-Vertragshändlern ist nichts
bekannt. Wenn überhaupt Probleme auftreten,
dann sind mangelnde Pflege oder falsche Bedienung die Ursache. Diese Vermutung liegt auch nahe, wenn sich der Ölstand des Gebraucht-Bikes am oder gar unter dem Minimum befindet. Auf langen Autobahnetappen kann es aufgrund mangelnder Schmierung zu schweren Folgeschäden kommen – oder vielleicht schon gekommen sein. Der Pflege-zustand sollte deshalb ebenso wie das Service-Scheckheft tadellos sein. Bei regelmäßiger Wartung spult die ausgereifte ZZ-R 1200 problemlos weit über 50000 Kilometer ab.
2002 Markteinführung
2003 Automatische Tageslichtfunktion;
zwei Millimeter dickere Bremsscheiben mit geändertem Lochmuster; Euro-2-Abgas-
norm; offizielle Schreibweise jetzt ZZR 1200
(statt ZZ-R 1200)
22/2004 (KV), 22/2002 (TT), 10/2002 (VT), 8/2002 (FB)
Internet: www.zx-zzr-ig.de

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