Klein, aber fein (Archivversion)

Aprilias 750er-Zweizylinder, der in der Shiver und jetzt auch in der Dorsoduro verbaut wird, ist zwar nicht der hubraumschwächste Twin, den das Werk im Veneto im Programm hat, aber kein Ableger einer bestehenden Motorenbaureihe. Der Kurzhuber (56,4 Millimeter Hub zu 92,0 Millimeter Bohrung) gilt als Pilotprojekt einer neuen Motorengeneration und als Keimzelle weiterer Modellvarianten. Bei 90 Grad Zylinderwinkel laufen die beiden Pleuel auf einem gemeinsamen Hubzapfen. Weil durch diese Anordnung die oszillierenden Massenkräfte erster Ordnung eine umlaufende Kraft mit konstantem Wert ergeben, reichen die Gegengewichte der Kurbelwangen, um zerstörerische Vibrationen zu vermeiden. Eine zusätzliche Ausgleichswelle ist über-flüssig. Der rund 90 PS starke wassergekühlte Zweizylinder dreht knapp 10000 Touren. Damit ist er zwar kein hochgezüchtetes Sporttriebwerk, aber dennoch gut bei Kräften. Auffällig ist seine sehr schlanke, kompakte Bauweise. Die Idee, die Nockenwellenantriebe gegenüber auf den Kurbelwellenstümpfen zu montieren, schuf die Voraussetzung, dass die Zylinder eng aneinanderrücken konnten. Das machte es auch möglich, für beide Zylinder den gleichen Kopf zu verwenden. Dieser fällt besonders zierlich aus, weil dank einer zweistufigen Untersetzung die Stirnräder zum Antrieb der beiden Nockenwellen einen geringen Durchmesser haben. Außerdem verzichteten die Techniker auf eine dreifache Abstützung der Nockenwellen, die lediglich zwischen Stirnrad und Nocke und zwischen den beiden Nocken gelagert sind.

Diese technischen Lösungen, die maßgeblich zur kompakten Bauform des 750er-Zweizylinders beitragen, werden auch den mit Spannung erwarteten 1200er-V2 beflügeln, der im Herbst auf der INTERMOT in Köln zu sehen ist.

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