Koch, Werner: Schrauben in der Werkstatt im Winter (Archivversion)

Ducati 888 oder gar 900 SS? Da brauchen wir gar nicht lange drum herum zu reden: Jede moderne Rennsemmel fährt um Klassen besser als das Alteisen. Mehr Druck, feinere Manieren, geileres Fahrwerk. Von der Funktion her exzellent. Punkt. Aber schon mal an einer 999 geschraubt? Na also.
Irgendwann will man sich auch mit seinem Gerät näher befassen. Nichts gegen das Einstöpseln eines Power-Commanders und das Aufpflanzen eines Rennauspuffs. Alles ganz nett. Aber geht es darum, sich in so ein Gerät hineinzuvertiefen, zu schrauben und zu tüfteln, sind die angegrauten Rennerle in puncto Genussfaktor unschlagbar. Keine rollenden Computer. Mechanik zum Anfassen, vielleicht etwas hemdsärmelig, dafür nicht so komplex – eigene Vorstellungen sind da viel leichter umgesetzt. Und es lässt sich noch so viel herausholen. Aus Fahrwerk. Und Motor. Das bringt sie zwar auch nicht auf einen aktuellen Stand, doch zumindest in Sichtweite. Und der Spaß, erfolgreich mal wieder eine Schwäche ausgemerzt, einen Schritt vorwärts getan zu haben und das
dann auf der Straße oder der Rennstrecke auszukosten – unschlagbar.
Vor allem aber: Die ollen Dinger dürfen noch richtig Musik machen. Ganz ohne Auspuff-Klappe.

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