Kommentar: Eva Breutel über den italienischen Markt (2) Alles nur Taktik?

Was wird aus Moto Guzzi?
Was wird aus Moto Guzzi?
Ganz im Stil der Colaninno-Philosophie ist nun auch in Ducatis offizieller Erklärung zu dem Übernahmeangebot für Aprilia von einem Zweirad-Pool die Rede, der dank des geballten Know-hows dann weltweit konkurrenzfähig sei. Die Produktionsstätten würden zudem dort bleiben, wo sie sind – also Aprilia in Noale und Moto Guzzi in Mandello am Comer See. "Wir sind schließlich keine rein finanziell ausgerichteten Investoren", erklärte Ducati-Boss Minoli, "sondern Unternehmer, die mit Leidenschaft bei der Sache sind und denen der Erfolg des italienischen Motorrads in der ganzen Welt am Herzen. Deshalb wissen wir, dass jede Marke ihre Identität behalten muss." Mit solchen Aussagen macht man sich bei den Gewerkschaften und den Arbeitnehmern Freunde und setzt den Gegner unter Druck.

Piaggio jedenfalls gerät mit dem Angebot von Ducati in Zugzwang. Colaninno hat für den nächsten Dienstag eine außerordentliche Sitzung des Piaggio-Verwaltungsrats einberufen, um das weitere Vorgehen in Sachen Aprilia zu beschleunigen.
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Piaggio ist auch noch im Spiel.
Piaggio ist auch noch im Spiel.
Bleibt die Frage, ob die Ducati-Taktik von Erfolg gekrönt wird. Denn wenn zwei sich streiten, freut sich bekanntlich der Dritte. Außer Piaggio und Ducati sind noch der kanadische Konzern Bombardier, über seine österreichische Tochter Rotax bereits Motorenlieferant von Aprilia, der taiwanesische Rollerhersteller Kymco sowie zwei Investment-Fonds im Rennen.

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