Kommentar Punktewertung (Archivversion)

Motor
Hubraum gegen Sportsgeist: Unterm Strich gewinnt der Hubraum, denn die GS punktet vor allem mit ihren Durchzugswerten. Dafür ist der sportlich agierende Kurzhuber der Adventure 990, dessen Bohrung übrigens exakt so groß ist wie die des BMW-Boxers, mit formidabler Drehfreude gesegnet. Allerdings sind auch seine Vibrationen deutlich kerniger. BMW- sowie KTM-Getriebe lassen sich erfreulich weich und präzise schalten.

Fahrwerk
Unentschieden auf hohem Niveau: Beide Fahrwerke geben kaum Anlass zur Kritik. Ihre herausragende Fähigkeit ist, dass sie es dem Fahrer erfreulich leicht machen. Auf Anhieb flott und zügig fahren – das ist ihre Domäne. Während die KTM dieses Ziel mit herkömmlichen Mitteln und einer tollen Balance erreicht, geht BMW mit Tele- und Duolever sowie ESA erfolgreich ganz eigene Wege. Abseits befestigter Straßen ist die KTM im Vorteil – aber das wird hier nicht bewertet.

Alltag
Die Domäne der GS. In diesem Kapitel trennt sich eindeutig die Spreu vom Weizen. Der Sozius sitzt besser, das Licht ist besser, die Ausstattung auf Wunsch so umfangreich wie nirgends sonst, und die Handhabung – dank Kardan, aber auch wegen der Öl- und Reifenluftdruckkontrolle per Knopfdruck – ist so einfach wie nur möglich. Der Rest ist gut, das Ergebnis eindeutig. Viel alltagstaulicher als die GS kann ein Motorrad kaum sein. Ausgezeichnet bei beiden: Die Reichweite.

Sicherheit
Und noch eine BMW-Domäne: Es ist nicht nur die ABS-Funktion, die den satten GS-Vorsprung rechtfertigt, sondern die Performance der Bremsanlage überhaupt. Einzig in der Bodenfreiheit ist die KTM überlegen. Aber für echte Abenteurer kann ja gerade das ein Argument sein.

Kosten
Auch hier eine klare Sache: geringerer Verbrauch, deutlich geringere Inspektionskosten – die GS setzt ihren Siegeszug fort.

Sieger: BMW R 1200 GS
Wer viele Punkte hat, darf auch viel kosten. Die teure GS liegt sogar im Preis-Leistungs-Verhältnis vorn, die KTM verliert mit Anstand.

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