Kommentare MOTORRAD-Punktewertung (Archivversion)

Motor
Als kleines Allroundtalent entpuppt sich der mit 72 PS aus 650 Kubikzentimetern gerüstete Zweizylindermotor. Aus niedrigsten Drehzahlen geht er sanft ans Gas, zeigt keinerlei Durchzugsschwäche, lässt sich schaltfaul fahren. Er kann aber auch ganz anders. Bis über 10000/min dreht er freizügig hoch, hat Biss und in Verbindung mit dem gut abgestimmten Sechsganggetriebe echte Sprinterqualitäten.

Fahrwerk
Schlank und leicht, ist das Fahrwerk sehr auf Handlichkeit und neutrales Fahr-verhalten getrimmt. Die im Vergleich zur Vorgängerin etwas straffere Fahrwerksauslegung nimmt der Kawa ein bisschen Komfort, schenkt ihr im Gegenzug jedoch mehr Fahrstabilität und Lenkpräzision. Für den ernsthaft sportlichen Einsatz ist die ER-6 freilich nicht gebaut. Und die Federelemente sind in der Dämpfung nicht einstellbar.

Alltag
Entspannt und lässig ist die Sitzposition, sogar dauerhaft bequem. Und die schlanke Taille erlaubt es kleineren Personen, mit den Füßen sicher den Boden zu erreichen. Nur langbeinige Fahrer werden einen engen Kniewinkel wegen der etwas hoch montierten Fußrasten bemängeln. Einstellbare Handhebel, Tankuhr und eine Reichweite von mehr als 350 Kilometer sind nennenswerte Dreingaben, die verbesserte Verarbeitungsqualität ist mehr als erfreulich.

Sicherheit
Mehr Gefühl erlaubt die überarbeitete Vorderradbremse. Dosierbarkeit und Druckpunkt sind besser geworden. Auch das ABS regelt feinfühliger als bisher. Aufstellneigung beim Bremsen ist mit den montierten Dunlop Roadsmart kaum zu spüren.

Kosten
Der Günstige Verbrauch des Zweizylinders konnte trotz Optimierungsmaßnahmen nicht weiter gesenkt werden. Die Unterhalts- und Inspektionskosten liegen auf niedrigem Niveau.

Preis-Leistung
Mit vier Punkten Vorsprung auf ihre Vorgängerin fährt die neue ER-6n eine prima Note ein. Den Sprung unter die Top Ten schafft sie leider nicht.

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