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Gleichstand Aprilia und KTM. Der hohe Preis schlägt sich aber auch bei ihnen deutlich nieder.

Vier Jahre Garantie, das bietet nur die Aprilia – und den niedrigsten Verbrauch gleich dazu. Während die Buell an der Zapfsäule hinlangt, als gälte es einen V8-Bigblock zu füttern.

es ist fast schon brutal, wie die BMW-Bremsen beim sachtesten Griff zum Bremshebel hinlangen. Ihre Dosierbarkeit leidet dadurch allerdings. Wie es besser geht, zeigen Aprilia und KTM, die sehr gute Dosierbarkeit, Transparenz und kerniges Zupacken vereinen. Ein ABS bietet nur die BMW, ein fein regelndes noch dazu. Doch Grobmotoriker Obacht: Die Überschlags-erkennung regelt erst spät, die Rolle vorwärts ist nicht ausgeschlossen.

Für Sportler geht es im sattel von BMW und KTM geradezu komfortabel zu, auch wenn die Sitzpolster für maximale Rückmeldung spartanisch dünn sind. Bei der Ergonomie hätte die Aprilia massiv Nachholbedarf – dürfte sie länger im Programm bleiben. Immerhin verwöhnt sie mit dem besten Licht und ordentlichem Windschutz, der höchsten Zuladung und dazu praxisgerechter Reichweite. Was zeigt, dass sich bei aller Sportlichkeit auch die Belange des Alltags berücksichtigen lassen. Eine Frechheit sind dagegen die Spiegel der Ducati – als Blinkerhalter okay, für den Blick zurück ein Witz. Was BMW und KTM an Ausstattung und Features zu bieten haben, sucht im Reich der Sportler seinesgleichen.

In Sachen Handlichkeit sind KTM und Aprilia eine Klasse für sich. Was die Rückmeldung betrifft, sticht die Aprilia gar die versammelte Truppe aus. Generell ist das Niveau in puncto Stabilität und Präzision enorm hoch, hier hat lediglich die Buell noch etwas Nachholbedarf. Dennoch warten alle mit voll einstellbaren, hochwertigen Federelementen und feinem Reifenmaterial auf. Das gefällt. Dass ein sportlich abgestimmtes Fahrwerk nicht zwingend mit einer knüppelharten Hinterhand einhergehen muss, beweist die Aprilia. Das Hinterrad der BMW verliert bisweilen beim Beschleunigen über kurze Absätze gar den Bodenkontakt, was in Schräglage die Hinterhand seitlich wegtrampeln lässt.

sie hatte den sieg in diesem kapitel schon fast vor Augen, die KTM. Aber die unangenehm harten Lastwechselreaktionen und das hakig und hart zu schaltende Getriebe haben sie auf der Ziellinie straucheln lassen. Beim Halten vor der Ampel im ersten Gang ließ sich der Leerlauf gar nicht einlegen. Vielleicht Folge einer nicht korrekt entlüfteten Kupplung. Da das Top-Test-Exemplar die gleichen Probleme plagten, sollte KTM hier genauer hinsehen. Ansonsten ist der RC8-Reaktor eine Wucht, während die Aprilia gegenüber den modernen Konstruktionen mangels Weiterentwicklung und durch den kleinstem Hubraum deutlich ins Hintertreffen geraten ist. Immerhin besitzt sie die geschmeidigste Zahnrad-Box von allen.

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