Kommentare Punktewertung (Archivversion)

Motor
Kleine Einzelhubräume – eine Grundvoraussetzung für wenig Vibrationen. Hier setzt die Bandit den Maßstab. Aber auch in puncto Power und Gasannahme ist die Suzuki eine Klasse für sich. Honda hatte die Chance, seiner komplett renovierten CBF mehr Druck im unteren und mittleren Drehzahlbereich einzuhauchen – die Techniker entschieden sich jedoch für mehr Drehfreude. Das Ansprechverhalten der CBF könnte ebenfalls verbessert werden. Yamahas quirlige 600er krankt an ihrer misslungenen Drosselung. Außerdem begann die Kupplung der FZ6 nach den ersten Kilometern zu rupfen und ließ sich sehr schlecht dosieren, was zu Punktabzug führt.

Fahrwerk
Ausgewogen – das Zauberwort, mit dem die Honda hier glänzt. Zwar bietet sie fahrwerksseitig nicht den Komfort der Konkurrenz, doch ihr Handling, ihre Neutralität und ihre Lenkeigenschaften sind einfach herausragend. Nur wer’s ganz arg knallen lässt, den mahnen aufsetzende Fußrasten zu gemäßigteren Gangart. Ärgerlich: Sowohl das Federbein der Suzuki als auch das der Honda sprechen schlecht auf kurze, harte Schläge an. Im Soziusbetrieb bietet das CBF-Fahrwerk die meisten Reserven, und die Yamaha setzt bei Beladung mit dem Mittelständer auf. Der Fahrer der Suzuki muss in Kurven gegen das Eigenlenkverhalten der Bereifung arbeiten.

Alltag
Obwohl die Suzuki mehr Einstellmöglichkeiten bezüglich Sitzhöhe und Lenkerversatz bietet – auf der Honda fühlt sich jedermann gleich zu Hause. Beim Windschutz scheiden sich die Geister. Zwar ist die Scheibe der Honda zweifach in der Höhe verstellbar, aber in beiden Stellungen ist es sehr laut dahinter. Yamahas Underseat-Auspuff erschwert die Gepäckbefestigung, und das leichte Übergewicht der Bandit sorgt für mehr Schweiß beim Rangieren. Dafür ermöglicht die Suzuki ihren Passagieren, durch höhere Zuladung mehr Gepäck mitzunehmen. Wobei die Honda mit geringerem Verbrauch plus größtem Tank die weitesten Strecken am Stück zurücklegen kann.

Sicherheit
Prinzipiell ist die Zweifinger-Bremse der Yamaha super. Sie hat einen exakt definierten Druckpunkt und lässt sich im Normalfall prima dosieren. Doch die fehlende Überschlagserkennung des ABS wird mit Punktabzug bestraft. Das Maß der Dinge bezüglich ABS setzt die Honda, denn selbst bei Notbremsungen vermittelt die CBF noch absolutes Vertrauen und glänzt zudem mit guten Werten. Bis auf den wandernden Druckpunkt bei Vollbremsungen arbeitet das ABS der Suzuki unauffällig.

Kosten
Leider muss die Suzuki in der Klasse 79 bis 98 PS versichert werden. Der etwas teurere 180er-Hinterreifen der Yamaha fällt kaum ins Gewicht, zudem hat die FZ6 als Einzige 10000er-Inspektionsintervalle. Sowohl Honda als auch Suzuki müssen alle 6000 Kilometer in die Werkstatt.

Sieger Preis-Leistung: Suzuki
Gleichstand CBF 600 S und Bandit 650 S. Aber die Suzi ist rund 350 Euro günstiger als die Honda und hat daher knapp die Nase vorn. Die Yamaha hält Abstand, 1,8 ist aber immer noch eine gute Note.

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