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Motor

Klarer Fall, die Versys überzeugt auf der ganzen Linie. Vor allem der satte Punch aus dem Drehzahlkeller qualifiziert den Paralleltwin sowohl als Antrieb eines quirligen Funbikes als auch einer braven Reiseenduro – was haargenau zum beabsichtigten Konzept der Kawasaki passt. Das Suzuki-Aggregat muss beim Durchzug der zu langen Übersetzung Tribut zollen, dafür begeistert der V2 durch ausgeprägte Drehfreude und äußerst vibrationsarmen Lauf. Seltsam, dass Honda den Hubraumvorteil der neuen Transalp nur ansatzweise nutzte. Immer noch fehlen dem 680er-Motor sieben PS Spitzenleistung und obendrein die Drehfreude der Konkurrentinnen. Schade, denn Getriebe und Kupplung liegen auf oder über Augenhöhe der Wettbewerber.

Sieger Motor: Kawasaki Versys

Fahrwerk

Drei Welten treffen aufeinander. Während der V-Strom 650 die Abstammung aus der großzügig ausgelegten 1000er-V-Strom deutlich anzumerken ist, geht Kawasaki den entgegengesetzten Weg und konzipierte die Versys gedrungen. Mit entsprechenden Auswirkungen. Die Versys fährt sich extrem handlich und quirlig, lässt sich in Sachen Federung über einen relativ breiten Bereich einstellen. Die Suzuki legt ihr Augenmerk auf Stabilität sowohl auf der Autobahn als auch auf Landstraßen. Exzellent fällt die Abstimmung der komfortablen Federelemente aus, die sich schnell an die zusätzlichen Belastungen des Soziusbetriebs anpassen lassen. Wiederum schade, dass Honda die guten Fahrwerksanlagen der Transalp mit einem völlig überdämpften Federbein torpediert.

Sieger Fahrwerk: SUZUKI V-strom 650

Alltag

Vernunft gehört zu den Stärken der Suzuki. Mit großem Tank, gutem Windschutz und ausgeprägtem Soziuskomfort punktet die V-Strom in der Abteilung Ratio. Wobei die Honda – typisch für diesen Hersteller – in Sachen Fahrer-Ergonomie zwar den Maßstab setzt, sich bei allen anderen Kriterien aber unauffällig in die Testriege einreiht. Von besagter Vernunft will die Versys nicht viel wissen. Der Windschutz hält sich in Grenzen, Gepäckhaken oder gar eine Gepäckbrücke sind im Serientrimm gleich gar nicht vorgesehen. Unerwartet: Der Preis für die beste Verarbeitung des Terzetts geht an die Kawasaki.

Sieger Alltag: Suzuki V-strom 650

Sicherheit

An der Honda kommt in dieser Disziplin keine vorbei. Die Bremsanlage, die auch in der CBF 1000 und der Deauville seit Längerem ihren Dienst tut, zeigt sich auch in der Transalp über alle Zweifel erhaben. Während sich die Suzuki in Sachen Bremsen unauffällig, aber effektiv präsentiert, verliert die Versys mit zwar akzeptablen Verzögerungswerten, jedoch schwammigem Druckpunkt deutlich an Boden.

Sieger Sicherheit: Honda Transalp

Kosten

Die Euro-3-Norm hinterlässt auch in der Mittelklasse ihre Spuren. Vor allem die Kawasaki nippt mit nur 3,9 Litern Landstraßenverbrauch sehr vorsichtig am Spritvorrat. Nicht gut: die hohen Inspektionskosten der Transalp.

Sieger Kosten: Kawasaki Versys

Preis-Leistungs

In der Mittelklasse gibt’s am meisten Motorrad fürs Geld. Und der Testsieger holt sich auch noch den Pokal der Schnäppchenjäger. Die V-Strom 650 rückt damit beim Preis-Leistungs-Verhältnis auf Platz zwei der MOTORRAD-Bestenliste.

Sieger Preis-Leistung: Suzuki V-Strom 650

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