Kommentare Punktewertung (Archivversion)

Motor:
Es sind Kleinigkeiten, die das Leben mit der Amazonas erschweren. Warum nur muss die Kupplung so schwergängig und schlecht dosierbar sein? Oder warum orgelt man im heißen Zustand oft lange, bis der Motor anspringt? Hier ist Feinschliff angesagt. Auch die Einspritzung könnte noch Feintuning vertragen, denn der Motor hängt immer noch ziemlich ruppig am Gas. Eine kürzere Sekundärübersetzung würde der Benelli ebenfalls zugute kommen.

Fahrwerk:
Der hohe Schwerpunkt lässt sich nicht verleugnen. Je schneller man fährt, desto unhandlicher wird die Maschine. Extrem schnell kann man jedoch fahren: Die Amazonas bleibt sehr stabil und setzt erst dann auf, wenn man schon auf dem Boden liegt. Unglücklich ist die Abstimmung der Federelemente: tedenziell zu straff und recht unsensibles Ansprechverhalten. Daran lässt sich auch mit dem klein gewählten Einstellbereich nichts ändern.

Alltag:
Einfach Klasse: Durch die schmale Taille und den gut konturierten Tank müssen selbst Beine von Supermodels nicht übermäßig stark angewinkelt werden. Wenn diese allerdings hintendrauf sitzen, haben sie arge Probleme: kein richtiger Haltegriff, extrem schmaler Sitz, kaum Komfort. Mehrtagestouren erschweren der opulente Endschalldämpfer und fehlende Gepäckhaken – viel kann man nicht mitnehmen.

Sicherheit:
Bremsen Für Profis: Der hintere Stopper verlangt extreme Aufmerksamkeit, denn er blockiert recht schnell. Der vordere ist gut dosierbar, verlangt allerdings mehr als zwei Finger. Trotz harter Grundabstimmung des Fahr-werks und des starken Motors ist Lenkerschlagen kaum ein Thema.

Kosten:
Schöne Pleite: Jede Inspektion dauert 7,5 Stunden – das kostet! Und mit einem Landstraßenverbrauch von 6,2 Liter auf100 Kilometer ist die Amazonas ebenfalls nicht gerade ein Sparwunder.

Preis-Leistung:
Sinn oder Sinnlichkeit: Letzteres kann man nicht bewerten, den Sinn schon. Es gibt bessere Packesel als eine Benelli. Aber keinen mit so viel Charisma.

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